Der Europäische Kulturpark legt ein Denkmal der besonderen Art wieder frei

Der Europäische Kulturpark richtet sein Augenmerk nicht nur auf die Erforschung und Inwertsetzung der geschichtlichen Denkmäler innerhalb seiner Grenzen, sondern betreibt seit vielen Jahren auch aktiv Forschung im Umland und initiiert Projekte, die die Verbundenheit mit der Region stärken. Als Beispiele seien die Ausgrabungen in der römischen Töpferei von Blickweiler, archäologische Sondierungen bei Wolfersheim, die Säuberung des römischen Felsenkellers bei Kirkel oder die Initiative für die Gestaltung des Bliesdalheimer Dorfplatzes nach historischem Vorbild zu nennen.

Nun gibt es ein weiteres kleines Projekt bei Breitfurt. Vergangenen Winter hatten Einwohner Mitarbeiter des Kulturparks darauf aufmerksam gemacht, dass an der Ecke zwischen der Landstraße und der Auffahrt zum Kirchheimer Hof ein beachtlich verarbeiteter Sandstein beim Mähen der Straßenböschung beschädigt worden sei. Bei einer Ortsbegehung war die zerbrochene Oberkante eines nicht näher zu identifizierenden Sandsteins mit Inschrift zu erkennen, die nicht vollständig lesbar war, weil der Stein nur noch wenige Zentimeter aus dem Boden ragte.

Nach Rücksprache mit dem Ortsvorsteher Martin Moschel wurde beschlossen, dass Mitarbeiter des Kulturparks den nicht denkmalgeschützten Stein freilegen, um zu sehen, welche Bedeutung er hatte und um ihn vor zukünftigen Beschädigungen zu schützen.

Die kleine Ausgrabung in schwerer Handarbeit brachte für Museumsleiter Dr. Andreas Stinsky und Grabungsleiter Michael Ecker eine Überraschung zutage. Der handwerklich in bemerkenswert hoher Qualitäten gearbeitete, sich nach oben konisch verjüngende und doch beachtlich große Stein trägt nach Süden und Westen die Inschrift "1.185 Kilometer".

Recherchen ergaben, dass dies die Distanz vom Kirchheimer Hof nach Buis-les-Baronnies in der Provence ist. Dort wurde 1774 der französische Baron Benoit Auguste Alexandre Jacomin de Malespine geboren, der später Offizier in der Festung Landau war und zusammen mit seiner deutschen Frau Maria als Alterssitz 1829 den Kirchheimer Hof erwarb, den er herrschaftlich ausbauen ließ. Der Stein muss also zwischen 1829 und 1855, als der Baron verstarb, gesetzt worden sein.

Nach Möglichkeit soll nun die beschädigte Oberkante des Steins repariert werden und er dauerhaft sichtbar bleiben. "Dieser Stein mit seinem Verweis auf den südfranzösischen Abstammungsort des ehemaligen Hofbesitzers ist ein kleines, aber besonderes Einzeldenkmal, das sich in das beeindruckende Ensemble des Kirchheimer Hofes einreiht. Mit den erhaltenen Hofgebäuden, der Ottilienquelle, Relikten des hier einst angelegten englischen Landschaftsparks und der Ruine Alexanderturm stellt der Hof ein kulturgeschichtliches Kleinod im Bliesgau dar, das es zu schützen und zu pflegen gilt", so Dr. Stinsky. Dieses Ensemble ist nun um einen schmucken Kilometerstein reicher.

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