Saarpfalz-Kreis zeichnet für Kitas und weiterführende Schulen verantwortlich


Der Saarpfalz-Kreis organisiert aufgrund der angeordneten Schließung von Kitas und Schulen die so genannte Notbetreuung für Kinder der allgemeinbildenden Schulen
(sechs bis zwölf Jahre) in Trägerschaft des Kreises sowie für Kita-Kinder (null bis secjs Jahre). Bei den in Frage kommenden Einrichtungen handelt es sich im Saarpfalz-Kreis um 4 Gymnasien, 8 Gemeinschaftsschulen, drei Förderschulen und insgesamt 75 Kindertagesstätte. Die Koordination bei den Grundschulen läuft über die Städte und Gemeinden.

Der Notgruppenbetrieb, der jeweils auf 15 Plätze pro Einrichtung begrenzt ist, soll am Dienstag, 17. März, aufgenommen werden. Aufgeteilt in drei Gruppen werden jeweils fünf Kinder betreut, um das Risiko einer Ansteckung weitestgehend zu minimieren.

Kita- und Schulleitungen wurden bereits am Wochenende darüber informiert und gebeten, Anträge zur Bedarfsermittlung den Erziehungsberechtigten zur Verfügung zu stellen. Die ausgefüllten Anträge sollen mit einer Empfehlung für die Vergabe der Plätze zur abschließenden Entscheidung an das Jugendamt des Saarpfalz-Kreises sowie an den Fachbereich Schulverwaltung gesendet werden.

Die Notbetreuung ist schriftlich zu beantragen, ein Rechtsanspruch darauf besteht nicht. Laut den Vorgaben ist die Notbetreuung für Kinder von 0 bis 12 Jahren vorgesehen, deren Erziehungsberechtigte in einem sogenannten systemkritischen Beruf arbeiten und deren berufliche Tätigkeit dringend erforderlich ist, um die öffentliche Infrastruktur aufrechtzuerhalten. Dazu zählen beispielsweise Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter  in medizinischen Berufen, in der Altenpflege, bei der Polizei und den Rettungsdiensten. Darüber hinaus soll die Notbetreuung berufstätigen Alleinerziehenden angeboten werden, wenn keine anderweitige Betreuung möglich ist. Hierfür müssen die Erziehungsberechtigten einen entsprechenden Nachweis des Arbeitgebers vorlegen.

Die Vergabe der Plätze erfolgt vorläufig, es kann nachgesteuert werden, sollten sich die Bedarfe noch wesentlich ändern.

Bis Montagnachmittag gingen sieben Anträge zur Notbetreuung an den Schulen ein, drei davon erfüllten die Voraussetzungen über den systemkritischen Beruf. Die vier verbleibenden Anträge werden noch geprüft.

Für die Kitas gingen im Durchschnitt jeweils fünf bis zehn Anträge ein. Der ersten Einschätzung zufolge werden an fast allen dieser Einrichtungen Notgruppen entstehen.

Landrat Dr. Theophil Gallo: „Viele Erziehungsberechtigte konnten die notwendige Betreuung zumindest ganz akut selbst organisieren. Das freut mich sehr, es zeigt die große Bereitschaft vieler, mitzuwirken. Wir müssen im Übrigen auf die vorrangig in Eigenverantwortung und häuslich organisierte Betreuung der Kinder setzen und den vertrauensvollen Umgang der Menschen setzen, um das System zu entlasten und nicht gleich zu Beginn zu überlasten. Das stellt viele Familien sicher vor sehr große Herausforderungen, erst Recht, wenn die Betreuung womöglich durch Großeltern organisiert war, diese wiederum aus Altersgründen oder aufgrund von Vorerkrankungen aber selbst zur Risikogruppe zählen.

Auch deswegen appelliere ich rein vorsorglich an alle Arbeitgeber, in dieser Ausnahmesituation für Ihre Beschäftigten pragmatische, unkonventionelle Lösungen für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Kinder zu Hause zu betreuen haben, zu finden und anzubieten. Ich gehe aber davon aus, dass es dieses Appells nicht bedarf und dass Betriebe und Unternehmen von sich aus darauf achten, Beschäftigten in extremen Situationen wirkungsvoll und spürbar zu helfen.

Dass sich schon jetzt mehr und mehr private Initiativen in den Ortsteilen finden, die sich um die Versorgung von Seniorinnen und Senioren kümmern möchten, ist aller Ehre wert. Nachbarschaftshilfe und gegenseitige Unterstützung ist jetzt dringend gefragt. Von Seiten des Kreises unterstützen wir solche Strukturen nach aller Möglichkeit. Mein Eindruck ist der, dass die Menschen im Saarpfalz-Kreis wissen, dass sie, dass wir letztlich alle aufeinander angewiesen sind. Das freut mich außerordentlich, dafür danke ich herzlich allen, die sich in diesem Sinne engagieren.“

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