Der neue Ratgeber für zugewanderte Eltern im Landkreis Merzig-Wadern und im Saarpfalz-Kreis bietet in drei Sprachen umfassende Informationen für einen gelingenden Schulbesuch

Kinder wollen lernen, und dabei sollen sie es so einfach wie möglich haben. Doch es gibt gerade für Eltern eine Menge großer und kleiner Dinge in der Schule zu wissen und zu beachten. Wer in einem anderen Land geboren ist und dessen Muttersprache nicht Deutsch ist, fällt es noch etwas schwerer, das deutsche Schulsystem mit seinen Möglichkeiten, Abläufen und Regeln zu verstehen. „In den letzten Jahren sind viele Kinder aus geflüchteten Familien in unsere Kitas und Schulen gekommen. Der Einstieg verlief und verläuft nicht immer reibungslos. Unkenntnis und kulturelle Unterschiede erschweren die Kommunikation und den Alltag in der Schule“, beschreiben Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich für den Landkreis Merzig-Wadern und Landrat Dr. Theophil Gallo für den Saarpfalz-Kreis die gemachten Erfahrungen in den letzten Jahren.

Obwohl die Integration immer weiter voranschreitet, gibt es noch Wissenslücken, gerade wenn die Kinder die ersten Schritte in der Schule machen. Aber auch viele deutsche Eltern und Menschen, die aus anderen Ländern nach Deutschland gekommen sind, können leicht den Überblick im deutschen Schulsystem verlieren.

An dieser Stelle setzt der Ratgeber „Mein Kind geht in die Schule“ ganz praktisch und alltagsorientiert an. Wie funktioniert das System Schule? Was muss ich wissen und beachten? Wer kann mir helfen? Diese Fragestellungen umfassend und verständlich zu beantworten, war der Anspruch der Bildungskoordinatoren für Neuzugewanderte in den beiden Landkreisen.

Im Gegensatz zu Kindertageseinrichtungen gibt es bisher keine Informationsbroschüre in mehreren Sprachen, die so umfassend die vielen Facetten des Schulalltags in den Blick nimmt. Existierende mehrsprachige Broschüren sind in der Regel nicht in einfacher Sprache verfügbar, beleuchten nur einzelne Teile des Gesamtsystems Schule oder sind nicht auf die praktische Anwendbarkeit in der Schule vor Ort angepasst. Landrätin Schlegel-Friedrich und Landrat Dr. Gallo sind sich in ihrer Einschätzung sicher: „Das Verständnis für die Bedeutung eines Schulausflugs oder des Elternabends ist nicht weniger wichtig für einen gelingenden Schulbesuch als das Verstehen des Notensystems oder die Kenntnis über die verschiedenen Schullaufbahnen.“ Um so nah wie möglich an den Schulalltag heranzukommen, gab es viele Vorgespräche der Bildungskoordinatoren zur inhaltlichen Ausgestaltung und Nutzbarkeit des Ratgebers. Schulleitungen, Lehrerinnen und Lehrer unterschiedlicher Schulformen, Schulsozialarbeiter und Migrationsberatungsstellen wurden miteinbezogen, kommentierten und korrigierten die Inhalte. Um so weit wie möglich eine einfache und leicht verständliche Sprache zu verwenden, war auch der Behindertenbeauftragte des Landkreises Merzig-Wadern mit in die Textgestaltung eingebunden. Auf insgesamt 40 Seiten geht es in den Sprachversionen Deutsch, Deutsch/Englisch und Deutsch/Arabisch um das saarländische Schulsystem und den Schulalltag. Informationen zu finanziellen Hilfen, ein A-Z zu den wichtigsten Schulthemen, ein Schulwörterbuch und eine Vielzahl von Kontaktadressen in den beiden Landkreisen ergänzen den Ratgeber. Zielgruppen sind insbesondere Eltern, deren Kinder vor dem Schulstart stehen oder gerade in die Grundschule gekommen sind, Lehrerinnen und Lehrer, die Schulsozialarbeit, Verwaltungs- und Beratungsstellen und die ehrenamtliche Flüchtlingshilfe.

Der Ratgeber erscheint als Sammelordner, in den zum Beispiel auch Informationen der eigenen Schule, Stundenpläne oder Zeugnisse abgeheftet werden können. Der Ratgeber wird auch in einer Online Version veröffentlicht, die regelmäßig aktualisiert wird und für alle Interessierten jederzeit verfügbar ist. Der Ratgeber ist auch auf Anfrage bei den beiden verantwortlichen Stabsstellen der Landkreise erhältlich.

Das Gemeinschaftsprojekt ist in dieser Form einmalig im Saarland und war nur realisierbar durch die enge Kooperation der Bildungskoordinatoren in den beiden Landkreisen. Gefördert wurde das Projekt durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Programms „Kommunale Koordinierung der Bildungsangebote für Neuzugewanderte“.

Der Elternratgeber. Foto: Aravis Media

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