
Madeleine Mangold
15. Juli 1947 in Ottweiler
24. Oktober 2024 in Neunkirchen
Über Madeleine Mangold
Madeleine Mangold war eine deutsche Keramikerin und Kunsterzieherin in Homburg.
Keramiken sind für mich unvergänglich. Die Technik ist fast die gleiche seit Jahrhunderten. Sie kombiniert handwerkliches Geschick und Kreativität auf eine ganz besondere Weise.“[1]

Paris, Stadt der Kunst
Ihre ältere Schwester Marion hatte den Impuls gesetzt: Sie brachte eines Tages Tonerde mit nach Hause, wo die kleine Schwester Madeleine zum ersten Mal mit diesem Material experimentieren durfte. Von da an wusste Madeleine Mangold, dass Ton „ihr Stoff“ war. Schon früh zog es sie darum nach Paris. Dort durchlief sie ab 1963 Schul- und Atelieraufenthalte auf der École des Metiers d’Art, wo sie zur Keramikerin ausgebildet wurde und ab 1964 absolvierte sie ein Studium bei dem französischen Bildhauer Prof. Jean Joachim Supéry (1905-1990), genannt Jean Joachim.

Die große Schwester
Nachdem sie aus Paris zurückgekehrt war, setzte Madeleine Mangold ihre Ausbildung von 1964 bis 1967 bei ihrer neun Jahre älteren Halbschwester fort, der ausgebildeten Keramikerin Marion Mangold-Hulayil (1938 in Berlin – 1991 in Homburg). Marion Mangold-Hulayil hatte bereits 1954 ihre Grundlehre an der Staatlichen Schule für Kunst und Handwerk in Saarbrücken begonnen und bis 1959 in der Keramik-Klasse bei der Stuttgarter Keramikmeisterin Anneliese Braunmüller studiert und dazwischen, 1956/57, einen Stipendienaufenthalt an der Pariser École des Métiers d’Art mit dem Studiendiplom abgeschlossen. Ab 1960 arbeitete sie in einem eigenen Atelier in Ottweiler.[2] Später war sie in der Grafikabteilung für die Firma Villeroy & Boch in Mettlach tätig. Aus dieser Zeit rühren zwei Wandfriese mit Fischen und Vögeln für die Industrie- und Handelskammer Saarbrücken, die 1995 abgenommen und nach Ottweiler verbracht wurden.[3]

Madeleine Mangold geht ihren eigenen Weg
Seit 1968 hatte Madeleine Mangold ihr eigenes Atelier in Homburg. Das Material, das sie allen anderen vorzog, war und blieb Ton unterschiedlicher Couleur in Rot, Weiß oder Braun. Ausgehend von traditionellen Gefäßkeramiken wie Teller, Schüsseln oder Vasen ihrer anfänglichen Schaffenszeit formten sich ihre Werke hin zu Tonfiguren und Plastiken, die sich mehr und mehr vom Gegenständlichen hin zu freieren, expressiven Darstellungen entwickelten. Wandbilder gehörten ebenso zum Spektrum ihrer Arbeiten wie raumgreifende Werke. Die Rundform war es, die dabei immer zu ihrem Repertoire gehörte, wobei sich die Künstlerin häufig Gestaltungsprinzipien aus der Pflanzenwelt zum Vorbild nahm.[4] Ein anschauliches Beispiel dafür findet sich im Foyer der Kreisverwaltung, datiert auf das Jahr 1979.

Im gleichen Jahr der Ateliereröffnung, 1968, fand ihre erste Ausstellung im Homburger Stadtmuseum statt. In den 1970er-Jahren erreichte sie mit Tonobjekten und Gefäßen, die statt traditioneller Formen immer ungewöhnlichere Gestaltungsweisen aufzeigten, überregionale Bekanntheit in Paris, Luxemburg, New York und Montreal. In ihrem späteren Oeuvre fand sich auch das aktuelle Geschehen und das im Alltag Gesehene – neu und anders aufgearbeitet – in ihrer Kunst wieder.[5]

Die Künstlergruppe HOM 4 und Homburg
1995 wurde sie Mitbegründerin der Künstlergruppe HOM 4 mit den Malern Heinz Ginkel, J.N.R. Wiedemann und dem Bildhauer Klaus Glutting. Mit HOM 4 nahm an sie an zahlreichen regionalen und überregionalen Projekten und Ausstellungen teil, wozu auch neben den Homburger Partnerstädten Ilmenau und La Baule auch das spektakuläre Ambiente der Homburger Schlossberghöhlen gehörte.
Von 1979 bis 2018 war sie als Kunsterzieherin im Homburger Christian von Mannlich-Gymnasium, am Saarpfalz-Gymnasium und am Neunkircher Gymnasium am Steinwald tätig. Darüber hinaus gab sie Keramik-Kurse an der Volkshochschule.
2024 kuratierte die Kunsthistorikerin Dr. Françoise Mathis-Sandmaier die Ausstellung „Feuer und Flamme – 60 Jahre Keramik“ zum Lebenswerk von Madeleine Mangold. Im Homburger Saalbau wurden ab dem 16. September für rund einen Monat ausschließlich Werke dieser Künstlerin gezeigt, die ihr beeindruckendes Schaffen und ihre Entwicklung über sechs Jahrzehnte hinweg dokumentierten. Die Künstlerin konnte jedoch nicht mehr an der Eröffnung zu ihrem Lebenswerk teilnehmen – ihr Sohn vertrat sie an diesem besonderen Tag. Madeleine Mangold verstarb kurze Zeit später, am 24. Oktober 2024.
Verfasst von: Dr. Jutta Schwan, Kunsthistorikerin im Kulturmanagement des Saarpfalz-Kreises
Veröffentlicht: 03.09.2025; Zuletzt aktualisiert: 27.05.2026.
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Fußnoten
[1] Zitat der Künstlerin auf der Gedenkseite zu Madeleine Mangold: Keramikatelier-mangold.de; eingesehen am 11. Mai 2026.
[2] Költzsch, Georg W./ Schmoll gen. Eisenwerth, Helga: Skulptur, Plastik und Zeichnungen von Bildern des 19. und 20. Jahrhunderts aus der Sammlung der Modernen Galerie des Saarland Museums Saarbrücken, Saarbrücken 1989, S. 251.
[3] Enzweiler, Jo (Hg.): Kunst im öffentlichen Raum, Bd. 1, Saarbrücken, Bezirk Mitte. 1945 bis 1996, Saarlouis 1997.
[4] Graf, Sabine: EnergieArt – Künstlergruppe HOM 4; Broschüre zur Ausstellung 2002 im Gebäude der Stadtwerke Homburg, „Energie sammeln“ – zu Madeleine Mangold, unpaginiert.
[5] Stumm, Ulrike: Jeder für sich und doch gemeinsam. Zur Ausstellung der Gruppe HOM 4 im Saalbau, Saarbrücker Zeitung vom 18.09.2015.
Zum Weiterlesen / Literatur
Enzweiler, Jo (Hg.): Kunst im öffentlichen Raum Band 1. Saarbrücken Bezirk Mitte. Saarbrücken 1997, S. 239.
Graf, Sabine: EnergieArt – Künstlergruppe HOM 4; Broschüre zur Ausstellung 2002 im Gebäude der Stadtwerke Homburg.
HOM4 (Hg.): Ausstellungskatalog 1996.
HOM4 (Hg.): Künstlergruppe HOM 4 – 1995-2005. Text: Sabine Graf, Homburg 2005.
Költzsch, Georg W./ Schmoll gen. Eisenwerth, Helga: Skulptur, Plastik und Zeichnungen von Bildern des 19. und 20. Jahrhunderts aus der Sammlung der Modernen Galerie des Saarland Museums Saarbrücken, Saarbrücken 1989.
Link, Andreas (Red.): Mangold, Madeleine, in: Künstler*innenlexikon Saar des Instituts für Aktuelle Kunst im Saarland, online unter <https://institut-aktuelle-kunst.de/kuenstlerlexikon/mangold-madeleine> [Letzter Abruf: 27.08.2025].
Scharwath, Günter: Das große Künstlerlexikon der Saar-Region, Saarbrücken 2017, S. 674.
Stumm, Ulrike: Jeder für sich und doch gemeinsam. Zur Ausstellung der Gruppe HOM 4 im Saalbau, Saarbrücker Zeitung vom 18.09.2015.


