
Maria Becker-Meisberger
Geborene Meisberger
08.12.1925 in Marpingen
01.05.1999 in Blieskastel
Über Maria Becker-Meisberger
Esperantistin und Dichterin
Maria Becker-Meisberger kam am 08. Dezember 1925 in Marpingen auf die Welt. Sie war das fünfte von insgesamt acht Kindern. Im Alter von vier Jahren verlor Maria ihren Vater, der 1930 im Grubenunglück von Maybach verstarb. Sie wuchs streng katholisch auf. Das familiäre Leben war zudem von harter Arbeit geprägt, da sich ihre Familie größtenteils selbst versorgte. Nachdem sie ihr Abitur in St. Wendel absolvierte, war Maria für ein Jahr als Deutschassistentin in der Normandie tätig und arbeitete bis 1972 als Lehrerin.

Im Jahr 1956 nahm Maria erstmals an einem Esperanto Kurs an der Volkshochschule Homburg teil. Zwei Jahre später, heiratete sie ihren Lehrer Günter Becker, welcher Präsident des Weltbundes junger Esperantisten war. Ihre eigene Identität als Esperantistin prägte sie stark:. Sie war ein weltoffener Mensch, unterstützte immer wieder Personen aus fremden Ländern und nahm diese sogar bei sich zu Hause auf. Neben ihrem Engagement bei zahlreichen Esperanto-Kongressen, war sie auch bei der Esperanto Zeitschrift MONATO tätig, wo sie für die Redaktion der Kochrezepte verantwortlich war. Die eingeschickten Rezepte veröffentlichte sie 1989 in Form eines Kochbuches in Esperanto. Außerdem übersetzte Maria gemeinsam mit ihrem Mann das Buch Einführung in die Esperantologie, verfasst von Pierre Janton, vom Französischen ins Deutsche.
Ebenso lag Maria ihre Heimatsprache sehr am Herzen, weswegen sie Gedichte in Marpinger Mundart schrieb. In ihren Texten verarbeitete die Autorin hauptsächlich ihre Gedanken, Gefühle und Erfahrungen aus ihrer Kindheit. Aber die Autorin thematisierte auch schwierige Sujets, wie den Tod des eigenen Vaters im Gedicht Maybach. Im Jahr 1972 musste Maria aufgrund gesundheitlicher Beschwerden frühzeitig in Pension gehen. Trotzdem war sie weiterhin ehrenamtlich tätig. Sie half in der Pfarrbücherei in Blieskastel aus und leitete den ökumenischen Arbeitskreis zur Betreuung von Gastarbeitern. Für ihre Wortkunst wurde sie beim Mundartwettbewerb des Saarländischen Rundfunks in den Jahren 1979, 1982 und 1984 ausgezeichnet. 1990 veröffentlichte sie einen eigenen Gedichtband mit dem Titel De Himmel off Besuuch. Ihr Lebensende verbrachte Maria Becker-Meisberger nach einer Gehirnblutung in Pflege. Sie verstarb schließlich am 1. Mai 1999.
Verfasst von: Luisa Spindler, Studentin der Historisch Orientierten Kulturwissenschaften und Praktikantin im Frauenbüro des Saarpfalz-Kreises
Veröffentlicht: 30.04.2026; Zuletzt aktualisiert: 30.04.2026.
Zitat
Kennergligg
Mer hadd nedd vill gebrouchd
fer gligglich se senn.
E Säggelje voll Gliggerde
rood, grien onnn blòò,
e paaer Wälsjer, silvergròò,
onn shonn hammer geschbil,
gewonn onn verlòòr.
Die Wenderòòwede wòòre nie lang genuch.
Äämòòl e Buuch,
ed anneròòl nein dunggle
onn nein helle Boggsegnäbb,
e Schdigg feschder Babbedäggel,
e Mill droff gemòòld
onn mer hann uus beim Schbille verdolld,
gewonn onn verlòòr.
Mer hadd nedd vill gebrouchd
Fer fer gligglich se senn.
E flacher Hebbsschdään
E Schbrengsääl
E Glunsch.
Onn mer hadd kenne iwwer Heisje schbrenge,
sisch vom Bòrrem heewe,
faschd en de Wolge schweewe.
Maria Becker-Maisberger: Kennergligg. Zitiert nach: Braun, Edith: Autorenporträt Maria Becker-Meisberger, in: Mundartpost Saar, Bd. 2, 2002, S. 9.
Zum Weiterlesen / Literatur / Quellen
Braun, Edith: Autorenporträt Maria Becker-Meisberger, in: Mundartpost Saar, Bd. 2, 2002, S. 6-9.
Literaturland Saar: Maria Becker-Meisberger, URL: https://www.literaturland-saar.de/personen/maria-becker-meisbeger/ Zugriff: 23.03.2026.


