
Maria Anna, Reichsgräfin von der Leyen und zu Hohengeroldseck
Geborene Freiin von Dalberg
21. März 1745 in Mainz
10. Juli 1804 in Frankfurt/Main
Über Marianne von der Leyen
Reichsgräfin
Marianne hat in etwa zehn Jahren mit viel Fleiß und Opfer eine Leyenresidenz in Blieskastel geschaffen. Was mit schweren Gemütswehen erkauft wurde, ist dem Menschen teuer. Die Residenz Blieskastel war es für Marianne. Blieskastel war ihre Stadt geworden.“[1]
Von Schloss Herrnsheim in die belgische Provinz Limburg (1745-1765)
Maria Anna[2] wurde am 21. März 1745 in Mainz als älteste Tochter von Franz Heinrich von Dalberg und Maria Sophie Anna von Eltz-Kempenich geboren.[3] Ihre Kindheit und Jugend verbrachte sie zwischen dem von Dalberg`schen Familiensitz Schloss Herrnsheim und im elterlichen Stadtpalais in Mainz. Sie wurde nach dem katholischen Glauben der Familie erzogen und in den Wissensgebieten einer jungen Adligen ausgebildet. Nach dem Tod der Mutter nahm sich ihre Tante[4], Äbtissin im Damenstift Münster-Bilsen, Mariannes an. Als Stiftsdame lebte Maria Anna dort in den Jahren 1764/65 in einer geistlichen Gemeinschaft adeliger Damen, die sich der Wohltätigkeit widmeten.[5]

Koblenz und Blieskastel (1765-1773)
Am 16. September 1765 schlossen Maria Anna und Franz Georg Carl Anton von der Leyen[6] in Mainz den Bund der Ehe. Von dort aus begab sich das Paar zum leyen´schen Hof in Koblenz, dem Stammsitz der Familie. Drei Kinder gingen aus ihrer Ehe hervor, von denen Philipp[7], als einziger Sohn, Franz Carls Erbe antreten sollte. Im Jahr 1773 endete für Koblenz die Zeit als Residenzstadt der Reichsgrafen von der Leyen während in Blieskastel der Ausbau zum neuen Herrschaftssitz Franz Carls begann. Der Umzug der reichsgräflichen Familie im Mai 1773 samt Personal erforderte, u.a. bauliche Veränderungen innerhalb des Ortes sowie einen Ausbau der Infrastruktur. Neubauten zur Unterbringung der Hofbeamten und Räte mit deren Familien, der Bediensteten sowie der gräflichen Verwaltung mussten errichtet werden[8]. Straßen wurden verbreitert und ausgebaut bis hin zur Schaffung von Raum für Handel und Betriebe, die wiederum als Einnahme- und Versorgungsquelle dienten.[9] Innerhalb weniger Jahre wuchs der Flecken Blieskastel über seine bisherigen Grenzen hinaus zu einer reichsgräflichen Residenzstadt im zeitgenössischen Stil.
Witwe, Obervormünderin, Regentin (1775-1791)
Nach dem plötzlichen Tod Franz Carls am 26. September 1775 wurde Maria Anna gemäß Familienordnung als Obervormünderin[10] für die drei noch minderjährigen Kinder Philipp, Charlotte Maria und Maria Sofia bestellt.
Die Obervormünderin handelt in den laufenden und dringlichen Angelegenheiten der Familie und der Regierung selbständig, in erneuernden und gewichtigen Fällen hat sie den Beirat und die Vollmacht der Beiständer einzurufen. Ihre Residenz ist Blieskastel“.[11]
Für Maria Anna bedeutete der Tod ihres Gatten neben der Erziehung und Vormundschaft der Kinder, die Ausübung der Regentschaft über die Besitzungen der Familie bis zur Regierungsfähigkeit Philipps. Ihrem Sohn widmete sie sich „sonst eher zu patriarchalischer Strenge neigend- in übertriebener Muttersorge.“[12]
Als stellvertretende Landesherrin führte Maria Anna bis zum Jahr 1791 den Titel „des heiligen Römischen Reiches, verwittibte Gräfin von und zu der Leyen und Hohengeroldseck etc., gebohrene Reichs-Freiin von Dalberg, Sternkreuz-Ordens-Dame, als regierende Ober-Vormünderin unseres minderjährigen Herrn Sohns, und Regentin seiner Landen.“[13] Sie führte im Sinne Franz Carls die Baumaßnahmen in Blieskastel weiter, förderte Landwirtschaft, Industrie, Handel, Handwerk innerhalb des Oberamtes und setzte eigene Maßnahmen der landesherrlichen Fürsorge um. Beispielhaft hierfür steht die Schaffung einer Witwen- und Waisenkasse für die Hinterbliebenen aller Bediensteten (1784/75).[14]

Die darin enthaltenen Bestimmungen reichten über das damals übliche Maß an Versorgungsleistung zwischen Herrschaft und den Familien der Bediensteten hinaus. Den finanziellen Grundstock legte Marianne und beteiligte sich jährlich mit einem fixen Betrag. Sie wollte sichergestellt wissen, dass die Witwen und Kinder (bis zum 20. Lebensjahr[15]) ihrer Bediensteten nach deren Tod weiterhin ihren Unterhalt bestreiten können. Zudem versprach sie sich „daß die sämtliche Dienerschaft ihrer Seits diese ausnehmende Gnade und wohlthätige Vorsorge mit geziemdem Dank erkennen, und in dessen Gefolge, ihren Dienst-Eifer verdopplen, wie auch zu einem Verhältnis-mäßigen Beitrag zur Ergänzung und Bevestigung des erforderlichen Fundi sich zu verstehen beeifert seyn werde.“[16] Die Leistungen der Kasse bestanden aus finanzieller Unterstützung und Gaben von Naturalien[17]. Sofern ein Bediensteter aufgrund von Alter und/oder körperlicher Einschränkung seinen Dienst nicht mehr vollumfänglich versehen konnte und daher die Besoldung angepasst wurde, bezog sich die Berechnungsgrundlage der Zuwendung nach dessen Tod auf den ursprünglichen (höheren) Lohn.[18] Dr. Wolfgang Krämer bewertete in seiner Schrift zur Blieskasteler Witwen- und Waisenkasse diese Einrichtung Mariannes folgendermaßen:
Es war, obschon Begriff und Name damals noch fehlten, eine wirkliche Lebensversicherung, die die Witwen- und Waisenkasse ihren Mitgliedern bot.“[19] [...] „Viele um nicht zu sagen die meisten Gründungen wirtschaftlicher und kultureller Art der Blieskasteler Grafenzeit waren Fehlschläge und von vorneherein zum Scheitern verurteilt [...] Die von der Gräfin Marianne ins Leben gerufene Witwen- und Waisenkasse ist eine der wenigen Ausnahmen. Sie entsprang einem gesunden, sozialen Gedanken, war unter Berücksichtigung der Erfahrungen in anderen Ländern auf vernünftiger Grundlage aufgebaut“.[20]
In heutigem Sprachgebrauch ausgedrückt hatte Marianne zudem in den Bereichen der Hygiene und Seuchenprävention sowie der medizinischen Versorgung Maßnahmen nach zeitgemäßem Wissensstand umgesetzt. Sie etablierte z.B. eine neue Begräbnisordnung, die die Friedhöfe zum Gesundheitsschutz der Bevölkerung an Plätze ausserhalb der bewohnten Fläche verordnete: „nach der einstimmigen Erkenntnis aller Aerzten, wegen den bösen darinn verschlossen bleibenden Ausdünstungen der menschlichen Gesundheit äusserst schädlich seye.“[21] Zur gesundheitlichen Versorgung der Insassen des Armen- und Waisenhauses bestellte Marianne einen eigenen Arzt, einen Wundarzt sowie einen Apotheker.[22]
Jahre nach der Regentschaft (1791-1804)
Im Jahr 1791 und mit Vollendung des 25. Lebensjahres ihres Sohnes, endete für Maria Anna die Vormund- und Regentschaft.[23] Zum 1. August 1791 übernahm Philipp die Würde des Reichsgrafen und Fürsten von der Leyen sowie die Herrschaft über die Besitzungen. Marianne verblieb bis zur Flucht vor ihrer Verhaftung durch französische Truppen in Blieskastel.[24] Dieses für sie und ihre Familie einschneidende Erlebnis im Mai 1793 dokumentierte sie in handschriftlichen Aufzeichnungen unter dem Titel: Journal de mes malheurs dans la révolution L[an] 1793.[25] Marianne schloss mit den Worten:
Ich muss hinzufügen, daß meine Verhaftung unter der Herrschaft Robespierres verfügt worden war, und daß ich durch falsche Anklage von Seiten eines Verbrechers der Guillotine nicht entgangen wäre, wenn man mich unglücklicherweise auf meiner Flucht ergriffen hätte.“[26]
Unter erheblicher Mithilfe ihrer Untertanen glückte die Flucht und sie verließ Blieskastel Ende Mai 1793 endgültig. Am 10. Juli 1804 verstarb die Gräfinwitwe in Frankfurt. Ihre Grablege befand sich in St. Cäcilia in Heusenstamm, bis sie im Jahr 1981 in die Krypta der Schlosskirche, wo auch Franz Carl ruht, umgebettet wurde.
Verfasst von: Raffaela Berger, Leiterin des Stadtarchivs Blieskastel
Veröffentlicht: 28.10.2025; Zuletzt aktualisiert: 31.03.2026.
Zitate
Sie urteilte scharf, rasch, hatte praktischen Blick, Energie und Menschenkenntnis. [....] Ihre Regierung ging freilich auch nicht auf die Gesamtheit der Gebrechen ein, an welchen ihre Untertanen litten. Sie selbst unterlag öfter – was war bei einer Frau natürlicher? – gefühlsmäßiger Entscheidung. Aber im ganzen erweist sich die Regentin an der Blies von klarem Kopf und festem Willen, auch als späterhin selbständig Maßnahmen zu treffen waren. So schwer es ihr anfangs gefallen sein mag, das Joch der dreifachen Verantwortung zu tragen, so sicher ging sie nach kurzer Zeit ihren Weg, ernst und mild, fest und gütig, freundlich und pflichtbewußt – als hochzuachtende Landesverweserin.“
Eid: Marianne von der Leyen, S. 75.
Maria Anna bevorzugte einen persönlichen Regierungsstil mit unmittelbarem Kontakt zu ihren Untertanen [...] bewies bei der unvorhergesehenen Übernahme der Regierungsaufgaben beachtliche Fähigkeiten im Zeichen des aufgeklärten Zeitgeistes, ohne allerdings dem absolutistischen Teufelskreis von hohem Aufwand des Hofes und finanziellen Schwierigkeiten des Staates entrinnen zu können. In den harten Prüfungen des Schicksals zeigte sie Mut und Seelengröße. Endgültig erst seit dem ausgehenden 19.Jahrhundert gewann sie in der Bevölkerung ihrer saarländischen Heimat den nicht unverdienten Nachruhm als große Reichsgräfin des Westrichs.“
Dotzauer, Winfried, "Marianne" in: Neue Deutsche Biographie 16 (1990), S. 209-210 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd123726832.html#ndbcontent [21.10.2025].
Demzufolge war es übrigens notwendig in meinem Interesse sowie in dem meines Sohnes und seiner Untergebenen, in mein Heim zurückzukehren, um mich allem zu unterziehen, was der schwerwiegende Augenblick meiner Sorge mir diktieren könnte.“
Marianne über ihre Rückkehr nach Blieskastel Ende 1792 und kurz vor der Besetzung des Schlosses und der Stadt durch französische Truppen.
Im Original in französischer Sprache „[...] par la suite il était d `ailleurs nécéssaire pour mes intérêts autant que pour ceux de mom fils, et de ses sujets, que je retournâsse dans mes foyers; pour m`y livrer à tout ce que l`importance du moment pouvait dicter à mes soins.“ in: Quasten: Stadt und Herrschaft Blieskastel, 2015, S. 189.
Fußnoten
[1] Ludwig Eid: Marianne von der Leyen. Leben Staat Wirken, herausgegeben von Dr. Wolfgang Krämer, Saarbrücken 1937, S. 72.
[2] Hinsichtlich ihrer weiteren Vornamen finden sich voneinander abweichende Varianten. Gemäß Inschrift ihres Sarkophags in der Krypta der Kirche St. Anna und St. Philipp (Schloßkirche) in Blieskastel sowie auf der in St. Cäcilia in Heusenstamm angefertigten Grabplatte lautet ihr vollständiger Name: Maria Anna Sophia Franziska Walburga; dazu siehe: Marianne von der Leyen. Überführung des Sarges mit den Erdenresten der Reichsgräfin Marianne von der Leyen aus der Gruft der Pfarrkirche St. Cäcilia in Heusenstamm in die Krypta der Schloßkirche Blieskastel. Dokumentation vom 28. bis 30.08.1981, S. 28 sowie ebd. S. 100. Im Geburtenregister 1745 und dem Heiratsregister 1765 des Stadtarchivs Mainz lautet ihr Vorname: Maria Anna Helena Catharina Josepha, Stadtarchiv Blieskastel (StaB), Bestand 1 Nr. 4. Letztere Variante findet sich auch in der Monografie von Ludwig Eid wieder, hier heißt es auf Seite 4: „Am 21. März 1745 trat sie ins Leben. Sie wurde am selben Tag bei St. Emmeran in Mainz getauft. Patinnen waren die beiden Großmütter, welche schwesterlich vereint ihre sämtlichen Vornamen auf das eine glückliche Töchterchen ausschütteten. Zuerst gab die Herrnsheimer Großmutter ihre zwei Vornamen Maria Anna, dann die Mainzer Großmutter ihre drei: Katharina Helena Josepha.“ In der Hessischen Biografie findet sich die Variante: Maria Anna Helene Josephina, dazu siehe „Leyen und zu Hohengeroldseck, Maria Anna Gräfin von der“, in: Hessische Biografie https://www.lagis-hessen.de/pnd/123726832 [21.10.2025]. Der Einfachheit wegen wird im vorliegenden Text die Kurzform Maria Anna oder Marianne verwendet.
[3] Freiherr Franz Heinrich, Kämmerer von Worms genannt von Dalberg (1716-1776), Geheimer Rat, Oberamtmann in Oppenheim, Statthalter in Worms. Maria Sophie Anna, Freiin von Eltz-Kempenich (1722-1763), Namensvariante Sophie Maria Anna. Dazu siehe: „Cämmerer von Worms Freiherr von und zu Dalberg, Franz Heinrich“, in: Hessische Biografie https://www.lagis-hessen.de/pnd/136913458 [21.10.2025] sowie Dalberg, Franz Heinrich Freiherr von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd136913458.html [21.10.2025].
[4] Antonetta Maria, Gräfin zu Eltz-Kempenich, Reichsfürstin, Äbtissin im Stift Münster-Bilsen in der Provinz Limburg. Dazu siehe: Eid: Marianne von der Leyen, S. 6f; „Leyen und zu Hohengeroldseck, Maria Anna Gräfin von der“, in: Hessische Biografie https://www.lagis-hessen.de/pnd/123726832 [21.10.2025].
[5] Eid: Marianne von der Leyen, S. 7.
[6] Franz Georg Carl Anton von der Leyen (1736-1775), Graf von Petra (Leyen) und Hohengeroldseck, Herr in Adendorf, Blieskastel, Münchweiler etc. Geheimer Rat und Kammerherr, Großkomtur des St. Josephs-Orden, dazu siehe: Sterberegister der Pfarrei Blieskastel 1775, StaB, Bestand 58-1-S-1, Heiratsregister der Pfarrei St. Emmeran des Jahres 1765, StaB Bestand 1-4 sowie „Leyen und zu Hohengeroldseck, Franz Georg Carl Anton Graf von der“, in: Hessische Biografie https://www.lagis-hessen.de/pnd/136927467 [21.10.2025].
[7] Philipp Franz Wilhelm Ignaz Peter, Reichsgraf und Fürst von der Leyen (1766-1829) http://www.saarland-biografien.de/frontend/php/ergebnis_detail.php?id=849 [21.10.2025], Charlotte Maria Anna Sofia (1768-1832), Maria Sofia Antoinette Charlotta Klara Elisabetha Thekla (1769-1834), dazu siehe: Eid: Marianne von der Leyen, S. 21.
[8] Hierzu zählen beispielsweise die heute als Hofratshäuser bekannten Bauten am oberen Schlossberg sowie der Bau des Oberamt- und Waisenhauses 1774/75 am neu geschaffenen Paradeplatz. Zudem bewirkte Franz Carl die Ansiedlung eines Franziskanerklosters, dessen Klosterkirche bis heute als St. Anna und St. Philipp (Schloßkirche) besteht. Dazu siehe: Wolfgang Laufer: Stadt und Herrschaft Blieskastel unter den Grafen von der Leyen und unter französischer Hoheit 1660-1793/-1815, herausgegeben von Heinz Quasten, Saarbrücken 2015, S. 239f.
[9] Franz Carl unterstütze die Gründungen mehrerer Betriebe, z.B. Siamoise- und Tuchfabrik (1774), Porzellanfabrik (1775). Später kamen unter der Regentschaft Maria Annas eine Talk- und Stärkefabrik (1778) sowie eine Hutfabrik (1780) hinzu. Zudem gründeten sich zwischen 1779 und 1786 mehrere Hütten (Alaun-, Ruß-, Ziegel- und Harzhütten) im Bereich St. Ingbert, die der reichsgräflichen Hoheit unterstanden. Dazu siehe: Quasten, Stadt und Herrschaft Blieskastel, 2015, S. 239.
[10] Deutsches Rechtswörterbuch, online abrufbar unter: https://drw.hadw-bw.de/drw-cgi/zeige?index=lemmata&term=obervormuenderin [22.10.2025]. Als Beiständer traten die Brüder Franz Carls, Damian Friedrich von der Leyen und Franz Erwein von der Leyen auf.
[11] Eid: Marianne von der Leyen, S. 59.
[12] Dotzauer, Winfried, "Marianne" in: Neue Deutsche Biographie 16 (1990), S. 209-210 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd123726832.html#ndbcontent [22.10.2025].
[13] Dazu siehe z.B. StaB, Bestand 1 Nr. 16, Verordnung Maria Annas vom 27.09.1784.
[14] StaB, Bestand 1 Nr. 16, Verordnung vom 27.09.1784, die 1875 in Kraft trat.
[15] Ebd., § 5.
[16] Ebd., im Text, der den Paragrafen vorangestellt ist.
[17] Ebd., § 2 und 3.
[18] Ebd., §4.
[19] Dr. Wolfang Krämer: Die Blieskasteler Witwen- und Waisenkasse vom Jahre 1785, Sonderdruck der Palatina 1934, S. 8.
[20] Ebd., S. 26.
[21] StaB, Bestand 1 Nr. 44, Verordnung Maria Annas vom 18.05.1784.
[22] StaB, Bestand 2 Nr. 47, Rechnung der Verwaltung des Waisen- und Armenstifts in der Stadt Blieskastel nebst einer beigefügten Geschichte seiner Entstehung, seines Verfalls und Wiedererhebung 1804-1805, verfasst von Franz Carl Derkum im Januar 1806, Zweite Abteilung, § 3.
[23] Nach landesrechtlichen Bestimmungen hätte Mariannes Vormundschaft über Philipp bereits zu dessen Hochzeit im Jahr 1789 geendet, jedoch nach dem Familienrecht erreichte dieser die Regierungsfähigkeit erst mit Vollendung seines 25. Lebensjahres zum 01.08.1791. Dazu siehe Eid: Marianne von der Leyen, S. 233.
[24] Marianne sollte, ebenso wie die benachbarten Landesherren als republikfeindlich angeklagt, verhaftet und nach Paris überstellt werden. Dem voraus stand das sog. Befreiungsdekret vom 19.11.1792, in dem die neue französische Republik allen anderen vom Adel unterdrückten Völkern Hilfe versprach. „Die fränkische Nation erklärt, dass sie dasjenige Volk als ihren Feind behandeln wird, welches die ihm gebotene Freiheit und Gleichheit nicht annehmen [...] würde.“ Zitiert aus: Quasten: Stadt und Herrschaft Blieskastel, 2015, S. 241. Zur Flucht Mariannes siehe ebenda, Kapitel: Neue Quellen und Beobachtungen zur Flucht der Gräfin Marianne von der Leyen 1793, S. 183-197.
[25] StaB, Bestand 60 Nr. 9, Kopie des handschriftlichen Originals aus dem ehemaligen Fürstlich von der Leyensches Archiv Schloß Waal (FLA Waal Nr. 603), heute im Landeshauptarchiv Koblenz (LHA Ko) Bestand 48, Nr. 767.
[26] Ebd., im Original in französischer Sprache: Il faut ajouter à mon arrestation qu`elle était faite sous le règne de Robespierre et que par une fausse arrestation d`un brigand je ne pouvais échapper à la guillotine, si par malheur j`étais reprise dans ma fuite. Übersetzung entnommen aus: Dr. Wolfgang Laufer: Neue Quellen und Beobachtungen zur Flucht der Gräfin Marianne von der Leyen 1793, in: Quasten: Stadt und Herrschaft Blieskastel, 2015, S. 196.
Zum Weiterlesen / Literatur / Quellen
Quellen aus dem Stadtarchiv Blieskastel (StaB):
Bestand 1 Nr. 4, Geburtenregister der Pfarrei St. Emmeran 1745 sowie Heiratsregister der Pfarrei St. Emmeran des Jahres 1765.
Bestand 1 Nr. 16, Verordnung Maria Annas vom 27.09.1784.
Bestand 1 Nr. 44, Verordnung Maria Annas vom 18.05.1784.
Bestand 2: Nr. 47, Rechnung der Verwaltung des Waisen- und Armenstifts in der Stadt Blieskastel nebst einer beigefügten Geschichte seiner Entstehung, seines Verfalls und Wiedererhebung 1804-1805, verfasst von Franz Carl Derkum im Januar 1806.
Bestand 58 Nr. 1-S-1, Sterberegister der Pfarrei Blieskastel 1775.
Bestand 60 Nr. 9, Journal de mes malheurs dans la révolution L[an] 1793, Kopie aus dem ehemaligen Fürstlich von der Leyensches Archiv Schloß Waal (FLA Waal Nr. 603), Original im Landeshauptarchiv Koblenz (LHA Ko) Bestand 48, Nr. 767.
Online Quellen:
„Leyen und zu Hohengeroldseck, Maria Anna Gräfin von der“, in: Hessische Biografie https://www.lagis-hessen.de/pnd/123726832
„Cämmerer von Worms Freiherr von und zu Dalberg, Franz Heinrich“, in: Hessische Biografie https://www.lagis-hessen.de/pnd/136913458
„Dalberg, Franz Heinrich Freiherr von“, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd136913458.html
„Leyen und zu Hohengeroldseck, Franz Georg Carl Anton Graf von der“, in: Hessische Biografie https://www.lagis-hessen.de/pnd/136927467
„Philipp Franz Wilhelm Ignaz Peter, Reichsgraf und Fürst von der Leyen“, in Saarland-Biografien: http://www.saarland-biografien.de/frontend/php/ergebnis_detail.php?id=849
Obervormünderin, in: Deutsches Rechtswörterbuch, online abrufbar unter: https://drw.hadw-bw.de/drw-cgi/zeige?index=lemmata&term=obervormuenderin
Dotzauer, Winfried, "Marianne" in: Neue Deutsche Biographie 16 (1990), S. 209-210 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd123726832.html#ndbcontent
Literatur:
Ludwig Eid: Marianne von der Leyen. Leben Staat Wirken, herausgegeben von Dr. Wolfgang Krämer, Saarbrücken 1937.
Marianne von der Leyen. Überführung des Sarges mit den Erdenresten der Reichsgräfin Marianne von der Leyen aus der Gruft der Pfarrkirche St. Cäcilia in Heusenstamm in die Krypta der Schloßkirche Blieskastel, Dokumentation vom 28. bis 30.08.1981.
Wolfgang Laufer: Stadt und Herrschaft Blieskastel unter den Grafen von der Leyen und unter französischer Hoheit 1660-1793/-1815, herausgegeben von Heinz Quasten, Saarbrücken 2015.
Dr. Wolfang Krämer: Die Blieskasteler Witwen- und Waisenkasse vom Jahre 1785, Sonderdruck der Palatina 1934.


