Zum 25-jährigen Bestehen des Mundartrings Saar fand am 19. August im Homburger Forum ein Mundart-Abend statt. Unter dem Motto „Gradselääds!“ hatten der Saarpfalz-Kreis und der Mundartring zur Jubiläumsveranstaltung eingeladen. Landrat Frank John eröffnete als Schirmherr den Abend. Im Anschluss gab Jürgen Trouvain, einer der Sprecher des Mundartrings Saar, eine Einführung in die Dialekte des Saarlandes. Eigene Texte präsentierten Relinde Niederländer (Kirkel-Limbach), Volker C. Jacoby (St. Ingbert) und Stefan Klopp (Bliesransbach). Ebenfalls vorgetragen wurden Texte von Heinrich Kraus (St. Ingbert), Eugen Motsch (Rohrbach) und Günter Hussong (Kirkel). Den musikalischen Rahmen gestaltete Helga Dier, die zur Gitarre Mundartgedichte von Peter Stolz (Heckendalheim) zu Gehör brachte.
Thematisch ging es in den vorgetragenen Texten und Liedern „quer durch de Gaarde“: von zu bewältigenden Großereignissen wie Muttertag und Geburtstag, dem stetigen Auswählen der längsten Schlange an der Supermarktkasse oder dem Gefühl des „mied, kabudd un läädisch“ über das Dasein als Schulmeister hinüber zu Liebesliedern bis zum Wunsch „e Päär“ zu besitzen. Es war ein abwechslungsreiches, kurzweiliges Programm, das die rund 80 Besucherinnen und Besucher im Homburger Forum erlebten. „Dialekte sind Ausdruck regionaler Identität und Tradition. Es ist wichtig, dass auch weiterhin in Dialekt gesprochen und geschrieben wird, damit uns diese Worte nicht verloren gehen. Der Mundartring leistet zum Erhalt der Dialektvielfalt im Saarland einen wichtigen Beitrag“, betonte Landrat Frank John in seinem Grußwort. Die nächsten Stationen der Jubiläumstour des Mundartrings sind Ottweiler, Bosen, Merzig und Saarbrücken.
Als saarlandweiter Verein versammelt der Mundartring Saar zahlreiche Autorinnen und Autoren, die Gedichte und Geschichten in ihren rhein- und moselfränkischen Dialekten verfassen. Regelmäßig veröffentlicht werden die Texte in der vierteljährlich erscheinenden „Mundartpost“. Vor 15 Jahren wurden die besten Texte in der Anthologie „Wäär gaggerd, muss ach lee’e“ publiziert. Im Jubiläumsjahr 2026 soll die Anthologie mit 120 ausgewählten Texten von 60 Verfasserinnen und Verfassern „Gradselääds!“ heißen und gegen Jahresende erscheinen.
