Partnerschaften

Delegation des Saarpfalz-Kreises war zu Arbeitsbesuch im polnischen Landkreis Łańcut

Der Aufenthalt verband das Erleben lokaler Kulturtraditionen mit anspruchsvollem fachlichem Austausch zu aktuellen Herausforderungen der Kommunalverwaltung – insbesondere den Folgen des Klimawandels, dem Schutz von Rettungskräften sowie der Modernisierung von Bildungs- und Pflegeinfrastrukturen.

Ein zentraler Programmauftakt war die Teilnahme der Vertretung aus dem Saarpfalz-Kreis am Kreis- und Gemeinde-Erntedankfest in Medynia Głogowska (Gemeinde Czarna). Gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung sowie einer Delegation aus Ungarn stand das feierliche Erleben der in Polen noch gelebten Tradition des Erntedankfestes im Vordergrund. Die Europabeauftragte des Saarpfalz-Kreises, Dr. Violetta Frys, begrüßte im Namen der Delegierten die Gastgeber sowie das Publikum und überbrachte die Grüße von Landrat Frank John.

In seinem Grußwort betonte Landrat John die Bedeutung des ländlichen Raums und des grenzüberschreitenden Dialogs: „Das Erntedankfest führt uns vor Augen, wie wichtig ein nachhaltiger Umgang mit unseren natürlichen Ressourcen ist. Angesichts spürbarer Klimaentwicklungen fordert die Anpassung der Landwirtschaft unser aller Handeln. Solche Anlässe bieten die ideale Gelegenheit, sich in freundschaftlicher Atmosphäre auszutauschen, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen und das Bewusstsein für unsere regionalen Herausforderungen zu schärfen.“

Beim Erntedankfest (von links): Monika Hauck, Krzysztof Kraus, Barbara Pilawa-Kraus, Maria Vermeulen, Albrecht Hauck, Adam Krzysztoń, Dr. Violetta Frys, Aleksander Cwynar und Beata Cwynar. Foto: Anna Duda-Świerk

Den inhaltlichen Schwerpunktdialog bildeten danach Arbeitsgespräche über den Know-how-Austausch in der Landwirtschaft und der regionalen Verwaltung. Im Blickpunkt standen dabei Anpassungsstrategien an den Klimawandel und Umweltveränderungen, von denen beide Regionen zunehmend betroffen sind.

Im Rahmen des Besuchs absolvierte die Saarpfalz-Delegation ein breit gefächertes Besichtigungsprogramm zur kommunalen Praxis vor Ort. Ein wichtiger Schwerpunkt lag auf dem Bereich Sicherheit und Rettungswesen. Bei der Freiwilligen Feuerwehr in Białobrzegi tauschten sich die Delegierten mit Kommunalpolitikern und dem Feuerwehrkommando über die Einsatzfähigkeit und Rolle lokaler Rettungskräfte angesichts neuer Umwelt- und Klimarisiken aus.

Die Delegierten des Saarpfalz-Kreises bei der Freiwilligen Feuerwehr in Białobrzegi mit dem lokalen Feuerwehrnachwuchs. Foto: Anna Duda-Świerk     

Zudem standen Bildung und Jugendförderung im Fokus. Im Schulzentrum Nr. 1 „Janusz Korczak“ in Łańcut besichtigte die Delegation eine neu errichtete Sporthalle. Im Dialog mit der Schulleitung wurden Konzepte zur effizienten Nutzung moderner Sportinfrastruktur für Schule und Gemeinschaft erörtert.

Das Feld Sozialpolitik und Pflege bildete einen weiteren zentralen Baustein. Das Delegationsprogramm umfasste Besuche in einem lokalen Pflegeheim sowie im Tagesstättenzentrum für Menschen mit Unterstützungsbedarf. Im Fachaustausch mit der Leitungsebene wurden Einblicke in die polnischen Versorgungs- und Betreuungssysteme für Senioren und Menschen mit Behinderungen gewonnen.

Abgerundet wurde der Austausch durch die Themen Kultur und Infrastruktur. Bei einem Besuch des Schlossmuseums Łańcut wurde über den Schutz des gemeinsamen europäischen Kulturerbes beraten, während die Begehung im Gemeindezentrum für Sport und Erholung in Białobrzegi die Gelegenheit bot, über die Verbesserung sozialer Infrastruktur für die Bürgeraktivierung und Regionalentwicklung zu sprechen.

Der Arbeitsbesuch setzte zudem wesentliche Impulse für die weitere Vernetzung auf Ebene der Städte und Gemeinden. So nutzte Maria Vermeulen, Bürgermeisterin der Gemeinde Mandelbachtal, die Anfang des Jahres begründete Partnerschaft mit der polnischen Gemeinde Markowa für einen direkten Austausch mit ihrem Amtskollegen Aleksander Cwynar sowie für Fachgespräche mit weiteren Bürgermeistern und Leitungen der besuchten Institutionen. Zudem brachte sich der Beigeordnete Albrecht Hauck, der in der Stadt St. Ingbert für Städtepartnerschaften zuständig ist, in die Delegationsarbeit ein. Er drückte seinen Wunsch aus, dass auch St. Ingbert, nach Prinzip des Weimarer Dreiecks, Kontakte zu einer polnischen Kommunalverwaltung aufnehmen sollte. Die Europabeauftragte des Saarpfalz-Kreises unterstützt solche Kommunalverbindungen aktiv: „Jede Kommune unseres Landkreises, die auf der Suche nach einer Partnerschaft in Polen oder der Ukraine ist, kann sich gerne an mich wenden. Durch unsere europäischen Partnerkreise bestehen Netzwerke mit Städten und Gemeinden, die ausdrücklich den Austausch mit deutschen Kommunen suchen“, betont Dr. Frys.

Die Delegation zog eine sehr positive Bilanz des Austauschs. Der Dank des Saarpfalz-Kreises gilt dem Landrat von Łańcut Adam Krzysztoń sowie allen beteiligten Institutionen für die Gastfreundschaft und die fachliche Offenheit. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen nun in konkrete Folgeprojekte der grenzüberschreitenden Partnerschaft einfließen.

Informationen zu den Kreispartnerschaften und zur Europaarbeit des Saarpfalz-Kreises sind bei der Europabeauftragten und Leiterin der Stabsstelle Europa, Dr. Violetta Frys, unter Tel. (06841) 104-8273 oder per E-Mail unter den E-Mail-Adressen europa@saarpfalz-kreis.de sowie violetta.frys@saarpfalz-kreis.de erhältlich.