Aus Sicherheitsgründen bleibt die erste Sitzreihe des Hörsaals gesperrt. Ein Absperrband hält die Kinder auf Abstand. Warum, erklärt Dr. Thomas John aus der Fachrichtung Physik der Universität des Saarlandes gleich zu Beginn: Bei der Physik- und Chemieshow – einer „Staunvorlesung“ – wird es Feuer, Blitze, Explosionen und Rauch geben.
Und Dr. John hielt Wort. Gemeinsam mit Henrike Waller, Labortechnikerin, sowie mit tatkräftiger Unterstützung durch mehrere Hilfskräfte wurde Kindern der Grundschule und Unterstufe der weiterführenden Schulen eine Show geboten, die es in sich hatte. Mit jeder Menge Energie, Humor und sichtbarer Begeisterung für die Naturwissenschaften zog er die Kinder in seinen Bann. Mal begann eine Gurke zu leuchten, mal flammte Feuer auf und Explosionen sorgten für staunende Gesichter. Flüssiger Stickstoff – die Kinder konnten Minus 196,4 °C messen – ließ dichte Nebelschwaden aufsteigen. Unter dem Motto „Wir reisen von sehr heiß nach sehr kalt“ reichte die spektakuläre Reise durch die Naturwissenschaften bis zu Temperaturen von rund 20.000 °C.
Nach der Show blieb für die Kinder noch Zeit, die Universität abseits des Hörsaals kennenzulernen. Bei einer Führung über den Campus erhielten sie Einblicke in das Universitätsleben. In der Mensa konnten sie sich anschließend wie richtige Studierende fühlen.
Hinter dem besonderen Uni-Erlebnis steht die Zusammenarbeit zweier Verbundpartner im Netzwerk „SaarMINT“ – dem Saarpfalz-Kreis und der Universität des Saarlandes. Gemeinsam organisiert wurde die Veranstaltung vom Schulbüro der Universität und der Stabsstelle zur Gestaltung des gesellschaftlichen Wandels, Bildung und Demographie des Saarpfalz-Kreises. Bereits zu Beginn des Jahres hatte diese Kooperation Kindern freiwilliger Ganztagsschulen im Saarpfalz-Kreis Besuche in den Schülerlaboren der Universität ermöglicht. Mit der Physik- und Chemie-Show wurde das Angebot nun angepasst, um einer größeren Anzahl an Kindern spannende Einblicke in die Naturwissenschaften eröffnen zu können.
Das Netzwerk „SaarMINT“ – und somit auch die Veranstaltung – wird im Rahmen des Förderprogramms „MINT-Cluster III“ durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert. Ziel ist es, außerschulische Angebote in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik möglichst vielen Kindern und Jugendlichen von sechs bis 16 Jahren zugänglich zu machen. Durch die Zusammenarbeit mit verschiedenen freiwilligen Ganztagsschulen gelang es, über 90 Kinder vom Grundschulalter bis hin zur Unterstufe weiterführender Schulen zu erreichen. Als Verbundpartner und Modellregion setzt sich der Saarpfalz-Kreis dafür ein, solche Angebote in der Region auszubauen und insbesondere auch Kinder zu erreichen, die bislang wenig Berührung mit außercurricularen MINT-Angeboten haben. Landrat Frank John unterstreicht diesen Anspruch:
„Wir wollen Kindern die Möglichkeit geben, ihre Talente zu entdecken – unabhängig davon, welche Chancen sie bisher hatten.“
Die gemeinsame Veranstaltung zeigte, wie gut das gelingen kann – und dass aus einem ersten Staunen vielleicht einmal eine lebenslange Begeisterung für naturwissenschaftliche Themen werden könnte.
