Partnerschaften

Musikpicknick zu 250 Jahre USA

Kelten, Römer und Revolution: Wie das zusammenpasst, zeigte sich beim Musikpicknick, zu dem der Europäische Kulturpark Bliesbruck-Reinheim in Kooperation mit dem Deutsch-Amerikanischen Institut (DAI) Saarland und dem Saarpfalz-Kreis eingeladen hatte. Das historisch bedeutsame Areal auf der deutsch-französischen Grenze war Schauplatz eines abwechslungsreichen Programms. Anlass dafür war der 250. Jahrestag der amerikanischen Unabhängigkeit.

Ein Höhepunkt stellte der Besuch der amerikanischen Autorin Karen Shambaugh Rink dar. Sie präsentierte ihr Buch „Mein größtes Abenteuer“. Rink lebt mit ihrer Familie im grenznahen Frankreich und gehört zu den „Daugthers of American Revolution“ (DAR), jener in 1890 gegründeten ehrenamtlichen Frauenorganisation, die die Errungenschaften der amerikanischen Unabhängigkeit in vielfältigen Programmen und Aktivitäten pflegt.  Mitmachen kann dabei jede Frau ab einem Alter von 18 Jahren, die einen direkten Vorfahren dokumentieren kann, der zur amerikanischen Unabhängigkeit beigetragen hat. Die Autorin erzählt die Geschichte von drei Jugendlichen aus dem Elsass, die mit dem Régiment Royal Deux-Ponts nach Amerika ziehen und in der Schlacht bei Yorktown/Virginia die Unabhängigkeit der 13 Kolonien von der britischen Krone erkämpfen. Die Beteiligung von Franzosen, Pfälzern und Saarpfälzern im Unabhängigkeitskrieg ist noch heute ein starkes Bindeglied zwischen Zweibrücken und seiner Partnerstadt Yorktown in Virginia.

Der 250. Jahrestag der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung vom 4. Juli 1776 war auch für das Deutsch-Amerikanische Institut (DAI) Saarland und den Saarpfalz-Kreis ausschlaggebend, an diesen Tag zu erinnern. Die ersten Kontakte in den Partnerlandkreis Henrico County VA begannen vor 30 Jahren. Mit finanzieller Unterstützung von U.S. Department of State (Außenministerium), der U.S. Embassy (Botschaft) und der Stiftung „Europäischer Kulturpark“ wurde im weitläufigen Gelände in Reinheim mit einem Picknick-Angebot eine Tradition aufgegriffen, die in den USA zum amerikanischen Unabhängigkeitstag gehört.

Einer weiteren Tradition folgend, brachten die Red Falcons-Cheerleaderinnen des TUS Rimschweiler mit ihren Vorführungen an Sprüngen, Hebefiguren und Walkarounds die Besucher zum Staunen und animierten zum Mitmachen. So hatten Kinder ihren Spaß daran, eine Hebefigur unter gesicherter und fachlicher Anleitung von Trainerin Selina Graf auszuprobieren. Auch die Erwachsenen waren mit großem Interesse und Begeisterung dabei – wie etwa beim Pompons-Wedeln.

Den musikalischen Anfang machten Hans Bollinger, Thomas Doll und Christoph Kleuser. Im Schatten der Taverne interpretierten sie in sommerlicher Atmosphäre mit ihrer Matinee „Andre, die das Land so sehr nicht liebten“ u. a. Lieder der Auswandererbewegung in die „Neue Welt“. Gerhard Lang und Bernadette Becker von der Band „Times and Tales“ unterstrichen mit ihrer Musik das Gefühl eines launigen Sommernachmittags. Hierzu passte das kulinarische Angebot der Taverne. Eine englischsprachige Führung und eine Schnupperführung in deutscher Sprache vermittelten die historischen Hintergründe des Parks bis hin zum Lager der Römergruppe „Legio XIIII Gemina“ auf den Picknickwiesen.

„Das DAI wird auch wieder für das nächste Jahr eine Veranstaltung zum 4th of July planen“, informiert Prof. Dr. Astrid Fellner, DAI-Geschäftsführerin, die mit ihrer Crew im Park war. Stefan Munz, Geschäftsführer der Stiftung Europäischer Kulturpark, der mit seinem Team den Tag begleitet hatte, möchte das Picknick-Angebot perspektivisch im Programm beibehalten.