Digitale Zeichnung des Portraits einer Frau

Anna Leszczynska

 25.05.1699 in Polen, genauer Ort unbekannt

  20.06. 1717 in Zweibrücken

Über Anna Leszczynska

Polnische Prinzessin

Kindheit in Polen und Flucht

Am 25.05.1699 wurde Anna Leszczynska unter dem Taufnamen Maria Anna in Polen geboren und damit nach ihren beiden Großmüttern benannt. Über ihren genauen Geburtsort wird spekuliert, genau ist er allerdings nicht belegbar. Ihre Eltern waren Stanislaus Leszczynski, der als polnischer Exilkönig in die Geschichte einging und Katharina von Bnin, Gräfin von Opalince-Opalinska, welche im Vorjahr geheiratet hatten. 1703 wurde Annas Schwester Maria Charlotte geboren.

Am 12.07.1704 wurde Stanislaus zum König von Polen gewählt, am 04. Oktober 1705 wurden er und seine Frau gekrönt.

Exil in Zweibrücken

Ölgemälde einer jungen Frau mit blondem Haar und blauem Kleid.
Johan Starbus: Anna Leszczynska, 1699-1717, prinsessa av Polen. Nationalmuseum Stockholm unter  https://collection.nationalmuseum.se/en/collection/item/15962/.

Im Jahr 1709, im Alter von 10 Jahren floh Anna als Teil der königlichen Familie aus Polen. Sie kehrte Zeit ihres Lebens nie wieder dorthin zurück. Zunächst lebte die Familie in Stettin in Schweden. 1711 ging es dann weiter nach Stralsund in Schwedisch-Pommern. Im September desselben Jahres zogen sie weiter nach Kristianstad in Schonen (Südschweden) an den Hof der schwedischen Königsfamilie.

Ab dem 16.11.1714 lebte Anna mit ihrer Familie, bestehend aus ihren Eltern, ihrer Schwester und ihrer Großmutter im Exil in Zweibrücken. Als kleinste Provinz Schwedens, weit weg von den bedrohten Gebieten, in denen sie sich bisher aufhielten, bot Zweibrücken einen Zufluchtsort für die polnische Königsfamilie.

Zweibrücken zeigte sich zunächst etwas überfordert von der Ankunft des polnischen Königs, welcher „in Zweibrücken wie ein Fürst leben und Hof halten.“[1] wollte. Zunächst lebte die Familie in zwei Bürgerhäusern in der Stadt, welche finanziell aufwendig saniert und ausgestattet wurden – auf Kosten der Staatskasse. Stanislaus‘ Hofstaat in Zweibrücken umfasste ca. 150 Personen und war sowohl international als auch religiös divers aufgestellt.

Die katholische Religion spielte im Leben der Familie, und damit auch in Annas Leben, eine große Rolle. Die Frauen der Familie „[…] beteten täglich zwei Stunden, lasen fromme Lektüre und fertigten Stickereien an, um sich die Zeit zu vertreiben.“[2] Auch Stanislaus war sehr gläubig. Besonders wichtig ist seine starke Marienverehrung. Diese hatte zur Folge, dass er zum bedeutendsten Gönner des Wilhelmitenklosters Gräfinthal wurde. Dort wurde die Pieta „Unsere Liebe Frau mit den Pfeilen“ oder auch „Pfeilenmadonna“ ausgestellt und verehrt.

Anna Lescyzsnska wurde von ihren Eltern sehr geliebt und galt als Lieblingskind der Familie. Ihr Alltag in Zweibrücken war ruhig. Sie ging gerne mit ihrer jüngeren Schwester wandern.  

Früher Tod

Anna erkrankte im Alter von 18 Jahren. Um den 06.06.1717 bekam sie ein starkes Fieber, welches trotz ärztlicher Betreuung nicht geheilt werden konnte. Anna Leszczynska verstarb am Morgen des 20.06.1717 zwischen 05:00 und 06:00 Uhr in Tschifflick, einem Lustschlösschen in Zweibrücken. Am nächsten Tag wurde sie im Kloster Gräfinthal beigesetzt.

Es wurde zeitgenössisch darüber spekuliert, ob Anna das Opfer eines Giftanschlages geworden ist, der für ihren Vater bestimmt war.

Seit der Französischen Revolution galt Anna Leszczynkas Grab als verschollen. 2006 fand der Archäologe Emanuel Roth bei einer Ausgrabung im Kloster Gräfinthal das Grab, welches man der verstorbenen Prinzessin zuordnet.


Verfasst von: Elena Germann, Studentin der Historisch orientierten Kulturwissenschaften an der Universität des Saarlandes

Veröffentlicht: 09.02.2026; Zuletzt aktualisiert: 09.02.2026.

Fußnoten

[1]  Stadtmuseum Zweibrücken (Hrsg.): Stanislaus Leszczynski. Ein König im Exil. [Sonderausstellung Stanislaus Leszczcynski – Ein König im Exil, 21. März bis 2. Juli 2006] Blieskastel, 2006 , S.21

[2] Ebd., S. 23

Zum Weiterlesen / Literatur / Quellen

Ministerium für Umwelt, Energie und Verkehr- Landesdenkmalamt (Hrsg.): Denkmalpflege im Saarland, Jahresbericht 2009. Saarbrücken 2010.

Voltmer, Manfred: „Anna, die wiederentdeckte Königstochter“ in: Saarbrücker Zeitung, 10.10.2016, online abrufbar unter: https://www.saarbruecker-zeitung.de/saarland/saar-pfalz-kreis/mandelbachtal/anna-die-wiederentdeckte-koenigstochter_aid-777249

Schneider, Angelika: Anna Leszczynska – polnische Exil-Prinzessin in Zweibrücken und in der Saargegend, in: Zeitschrift für die Geschichte der Saargegend, Freiburg im Breisgau 2008/2009.

Stadtmuseum Zweibrücken (Hrsg.): Stanislaus Leszczynski. Ein König im Exil. [Sonderausstellung Stanislaus Leszczcynski – Ein König im Exil, 21. März bis 2. Juli 2006] Blieskastel, 2006.

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