Digitale Zeichnung des Portraits einer Frau

Johanna Caroline Luise Lotz

 24.10.1819 in Homburg

  12.02.1903 in Homburg

Über Luise Lotz

Wohltäterin

 Und ich will dich zum großen Volk machen und will dich segnen und dir einen großen Namen machen, und du sollst ein Segen sein.“ 1.Mose 12,2.

Bibelvers auf der Gedenktafel für Luise Lotz in der protestantischen Stadtkirche.


Die Homburger Familie Lotz

Luise Lotz wurde 1819 in die Homburger Kaufmanns-, Apotheker- und Bürgermeisterfamilie Lotz hinein geboren. In den Einwohnerlisten von Homburg lässt sich der Familienname bereits um 1750 finden.[1] Ihre Eltern – Franziska Friederike Juliane Henriette, geb. Schimper, und Jakob Georg Lotz – hatten neben ihrer Tochter Luise einen jüngeren Sohn Carl Christian, der 1823 geboren wurde.

Luise Lotz‘ Vater und Bruder waren Apotheker, engagierten sich in der Lokalpolitik und gehörten der liberalen Strömung in Bayern an.[2] Jakob Lotz war von 1830 bis1834 Adjunkt der Stadt Homburg. Anschließend trat er 1835 das Amt des Bürgermeisters an, welches er bis 1848 ausübte. Carl Lotz, der die familiäre Apotheke beim Eintritt seines Vaters in die Politik übernommen hatte, wurde 1863 ebenfalls Adjunkt und gab die Apotheke 1867 ab. Daraufhin wurde er von 1868 bis 1875 Bürgermeister von Homburg und zudem ab 1869 Landtagsabgeordneter im bayerischen Landtag für den Wahlkreis Homburg-Kusel. Sein Grabmal befindet sich bis heute auf dem alten Homburger Friedhof.

 

Engagement für die protestantische Kirche

Innenansicht der Protestantischen Stadtkirche Homburg.
Innenansicht der Protestantischen Stadtkirche Homburg.

Bereits Carl hatte vor seinem Tod 1875 das familiäre Vermögen zum Teil an die Protestantische Kirchengemeinde Homburgs zum Umbau der Stadtkirche gespendet, konnte aufgrund seiner Krankheit allerdings an der Eröffnung nicht mehr teilnehmen.[3]

Nach dem Tod des Bruders verwaltete Luise Lotz das Familienvermögen und tat sich besonders als Wohltäterin hervor.[4] Sie gründete zum 400. Geburtstag Martin Luthers 1883 die Lotz-Stiftung mit einem Kapital von 7.000 Mark und verfügte, die Zinsen für Kleider und Schulbücher für bedürftige Kinder zu nutzen, sowie arme Wöchnerinnen zu unterstützen.[5] In ihrer letztwilligen Verfügung erhöhte sie die Stiftungssumme auf 30.000 Mark. Zudem unterstützte sie den Neubau des Diakonissenhauses mit 5.000 Mark, vermachte in ihrem Testament weitere 12.000 Mark an den Diakonissenverein und 10.000 Mark an den Gustav-Adolf-Verein.[6]

Bis heute wird Geld aus der Lotz-Stiftung von der Protestantischen Kirchengemeinde Homburg in den Bereichen Kinder und Soziales genutzt.[7] In der Stadtkirche befindet sich zur Erinnerung an Luise Lotz eine Erinnerungstafel mit der Aufschrift „Dem Andenken der edlen Wohltäterin der ev. Prot. Gemeinde Homburg und ihrer Vereine, Fräulein Luise Lotz, geb. den 24. Oktbr. 1819, gest. den 12. Febr. 1903. Gewidmet von der dankbaren Gemeinde im Jahre 1904. 1. Mos. 12, 2.“ (Bild folgt).

Erinnerungstafel an Luise Lotz in der Protestantischen Stadtkirche Homburg.
Erinnerungstafel an Luise Lotz in der Protestantischen Stadtkirche Homburg.

Die Kirchengemeinde kümmert sich zudem um Lotz‘ Grab, welches sich auf dem Homburger Hauptfriedhof befindet. Es ist das erste Grab direkt am Eingang und sticht durch seine prunkvolle und künstlerische Gestaltung hervor.

Grab von Johanna Caroline Luise Lotz auf dem Homburger Hauptfriedhof.
Grab von Johanna Caroline Luise Lotz auf dem Homburger Hauptfriedhof.

 

Privatleben

Luise Lotz blieb Zeit ihres Lebens unverheiratet und wohnte in der Lagerstraße 8, auf dem Grundstück des heutigen Dekanatshauses. Hier befindet sich eine Gedenktafel an ihre Stiftung (Bild folgt).[8] Sie unterhielt eine Dienstbotin, Anna Schappert, welche für ihre 15 Jahre Dienst bei Luise Lotz 1905 einen Ehrenbrief erhielt.[9] Lotz‘ Tür stand auch abseits ihrer stifterischen Tätigkeiten Homburgerinnen und Homburgern offen, denen sie Verständnis und (finanzielle) Hilfe entgegenbrachte[10]. Im Jahr 1903 verstarb Luise Lotz mit 83 Jahren.


Verfasst von: Helen Tepper M.A., Projektkoordination Frauenspuren im Saarpfalz-Kreis

Veröffentlicht: 03.09.2025; Zuletzt aktualisiert: 31.03.2026.

Zitate

Wer bei ihr anklopfte und um Hilfe bat, fand bei ihr Hilfe und Verständnis. Noch lange befanden sich Goldstückchen aus ihrer spendablen Hand in Homburger Familienbesitz

Bernhard H. Bonkhoff 2015, S. 54.

Der Name Luise Lotz ist untrennbar mit Wohltätigkeiten für die Homburger Stadtkirche verbunden.“

Walter Neuschwander (*1941-†2022), ehemaliger Presbyter der Protestantischen Kirchengemeinde Homburg (Neumann 2010).

Fußnoten

[1] Neumann, Jürgen: Zwischen Himmel und Erde, in: Saarbrücker Zeitung, 29.10.2010, o.S.

[2] Hierzu und zum Folgenden: Bonkhoff, Bernhard H.: Karl Lotz (1823-1875), in: Saarpfalz, 2015/1, S. 51.

[3] Ebd., S. 52f.

[4] Neumann 2010, o.S.


[5] Bonkhoff 2015, S. 54.

[6] Ebd.

[7] Auskunft der Ehrenpresbyterin Ute Dort am 18.07.2025.

[8] Bonkhoff 2015, S. 58.

[9] Stöhsel, Theodor: Zirkular No. 98, Homburg, 14.06.1905, S. 217.

[10] Bonkhoff 2015, S. 54.

Zum Weiterlesen / Literatur / Quellen

Bonkhoff, Bernhard H.: Karl Lotz (1823-1875). Apotheker, Bürgermeister und Spiritist, in: Saarpfalz. Blätter für Geschichte und Volkskunde, 2015/1, S. 51-58.

Neumann, Jürgen: Zwischen Himmel und Erde, in: Saarbrücker Zeitung, 29.10.2010, o.S, online unter <https://www.saarbruecker-zeitung.de/saarland/zwischen-himmel-und-erde_aid-714777> [letzter Abruf: 28.08.2025].

Stöhsel, Theodor: Zircular No. 98. Königliches Bezirksamt Homburg. An die Bürgermeisterämter des Bezirks. Betreff: Pfälzisches Dienstbotenstift, Homburg, 14.06.1905, digitalisiert unter <https://digital.sulb.uni-saarland.de/viewer/fullscreen/897216911_1905/228/> [letzter Abruf: 28.08.2025].

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