Junge Biosphäre

Jugendliche drehen Naturfilme im Biosphärenreservat Bliesgau

Sonne, Kamera und jede Menge spannende Naturerlebnisse: In den Herbstferien haben sich elf Jugendliche beim Naturfilm-Workshop „GreenCut-JUMP“ intensiv mit der Biosphäre Bliesgau beschäftigt. Gemeinsam mit einem Team aus Medien- und Naturexperten entwickelten sie eigene Filmideen, lernten den professionellen Umgang mit Kamera und Ton und setzten sich mit wichtigen Themen rund um Biodiversität, Klimawandel und den Schutz wertvoller Lebensräume auseinander. Organisiert wurde die Projektwoche von der Koordinierungsstelle für Nachhaltige Jugendarbeit des Saarpfalz-Kreises im Rahmen der „Jungen Biosphäre“.

Das Wetter spielte an den Drehtagen bestens mit und sorgte mit viel Sonnenschein für optimale Bedingungen und eindrucksvolle Naturaufnahmen. Zu Beginn der Woche erkundete die Gruppe gemeinsam mit Biosphären-Ranger Patric Heintz die Umgebung von Kirkel. Auf dem Felsenpfad standen zunächst praktische Kameraübungen auf dem Programm. Besonders faszinierte die Jugendlichen ein Ameisenhaufen, der aus verschiedenen Perspektiven gefilmt und mit passenden Tonaufnahmen in Szene gesetzt wurde. Makroaufnahmen ermöglichten dabei einen ganz besonderen Blick auf die kleinen Lebewesen und ihre Aktivitäten.

Im weiteren Verlauf der Woche rückten die inhaltliche Arbeit und die Vorbereitung der eigenen Filme in den Mittelpunkt. Die Teilnehmenden entwickelten Drehbücher und teilten sich in zwei Filmteams auf, die von den Greencut-JUMP-Medienexperten Tim Gontrum und Maggie Slowinska angeleitet wurden. Eine Gruppe beschäftigte sich mit dem Biosphärenreservat und seiner Zonierung. Dabei ging es insbesondere um die Bedeutung der Kernzonen, in denen natürliche Entwicklungen weitgehend ohne menschliche Eingriffe stattfinden können, und um deren Wert für den Schutz der biologischen Vielfalt. Die zweite Gruppe widmete sich der faszinierenden Welt der Pilze. Gemeinsam mit Pilzexpertin Susanne Ratering erkundeten die Jugendlichen den Wald und lernten, welche wichtige Rolle Pilze im Ökosystem spielen. Als Zersetzer organischen Materials tragen sie wesentlich zu natürlichen Stoffkreisläufen bei und schaffen damit wichtige Voraussetzungen für funktionierende Waldökosysteme. Gleichzeitig wurde der Einfluss des Klimawandels auf die Natur deutlich: Nach einem langen und heißen Sommer waren nur wenige Pilze zu finden. Die Suche wurde so auch zum Anlass, über Trockenheit und ihre Folgen für die Artenvielfalt zu sprechen.

Neben der Entwicklung eigener Geschichten lernten die Jugendlichen unterschiedliche Kameratypen und Perspektiven kennen. Sie übten sich in der Tonaufnahme, Beleuchtung und Interviewführung und erhielten Einblicke in die Planung und den späteren Schnitt eines Films. Dabei konnten sie ihre kreativen Ideen einbringen und erfahren, wie aus einzelnen Aufnahmen eine zusammenhängende Geschichte entsteht.

Ein besonderer Programmpunkt war am Donnerstag eine gemeinsame Umweltaktion an den Flutmulden in Reinheim. Unter Anleitung von Ranger Michael Kessler packten die Jugendlichen tatkräftig mit an: Mit Astscheren und Sägen wurden Büsche zurückgeschnitten und Gehölze entfernt, um das Biotop wieder freizustellen. Trotz einzelner Regenschauer waren die Teilnehmenden mit viel Begeisterung und Elan bei der Sache. Die Aktion verdeutlichte, dass Naturschutz nicht nur Wissen und Aufmerksamkeit erfordert, sondern auch praktisches Engagement.

Die letzten beiden Projekttage verbrachte die Gruppe im Ökologischen Schullandheim Spohns Haus in Gersheim. Dort sichteten die Jugendlichen das gedrehte Material, erstellten Schnittpläne und setzten ihre Aufnahmen am Schnittprogramm zu fertigen Filmen zusammen. Damit erhielten sie einen Einblick in alle wichtigen Schritte einer Filmproduktion – von der ersten Idee über die Recherche und den Dreh bis zur Nachbearbeitung.

Das Ergebnis der Projektwoche kann sich sehen lassen: Entstanden sind zwei Natur-Kurzfilme sowie ein Making-off, das die Umweltaktion und die Erlebnisse während der Projektwoche dokumentiert. „Das Projekt „GreenCut-JUMP“ zeigt eindrucksvoll, wie junge Menschen für ihre Heimat und deren Natur begeistert werden können. Wenn sie selbst zur Kamera greifen, ökologische Zusammenhänge erforschen und ihre Erkenntnisse kreativ vermitteln, entsteht ein ganz eigener Zugang zu den Themen Nachhaltigkeit und Naturschutz. Es freut mich besonders, dass die Jugendlichen nicht nur Wissen über unsere Biosphäre gesammelt, sondern sich auch ganz praktisch für den Erhalt wertvoller Lebensräume eingesetzt haben. Solche Projekte stärken die Eigeninitiative junger Menschen und zeigen, dass sie die Zukunft unserer Region aktiv mitgestalten können“, betont Landrat Frank John.

Dank der Unterstützung der Stiftung für Kultur und Umwelt der Kreissparkasse Saarpfalz war die Teilnahme für die jungen Menschen am Medienprojekt kostenlos. GreenCut-JUMP ist ein Projekt des Vereins Gespa e. V. und wird im Bundesprogramm „Biologische Vielfalt“ durch das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert. Weitere Förderer sind die Heinz Sielmann Stiftung und die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung. Die Filme und weitere Einblicke in das Projekt sind auf der Internetseite nach der Fertigstellung auf www.GreenCut-JUMP.de zu finden.