Sie waren gekommen, um sich am leckeren Frühstücksbuffet zu stärken, alte Bekannte zu treffen und dem Vortrag der Referentin Anna Pietzka zu lauschen. Die Psychologin hat gerade ihr erstes Buch zum so genannten Impostor-Phänomen vorgelegt, das bereits in den ersten Tagen seines Erscheinens äußerst regen Absatz fand. Offenbar hat die Autorin mit dem Thema einen Nerv getroffen, wie man auch an diesem Vormittag in Kirkel an der gespannten Aufmerksamkeit der Zuhörenden erkennen konnte.
Zur Eröffnung ließ Landrat Frank John durch die Frauenbeauftragte des Saarpfalz-Kreises, Dr. Susanne Nimmesgern, Grüße ausrichten und wünschte der Veranstaltung einen guten Verlauf. Von Seiten der Wirtschaftsförderung Saarpfalz, die seit Jahren eine verlässliche Kooperationspartnerin des Frauenbüros in beruflichen Themen ist, übernahm die neue Geschäftsführerin Alexandra Heß Begrüßung und Moderation.
Nach dem Frühstück, das zunächst auch eine willkommene Gelegenheit zum Netzwerken und zum Austausch bot, betrat Anna Pietzka das Podium. In einer ebenso anschaulichen wie gut verständlichen Präsentation ermunterte sie die meist weiblichen Zuhörer zunächst zum Selbsttest in Sachen Impostor-Phänomen. Perfektionismusstreben, das Herunterspielen von objektiven Erfolgen, selbstabwertende Vergleiche und die übergroße Sorge vor Fehlern liefern zum Beispiel Hinweise zur (Selbst-)Erkenntnis.

Rund 130 Gäste folgten der Einladung des Frauenbüros des Saarpfalz-Kreises zum diesjährigen Karrierefrühstück mit der Psychologin Anna Pietzka. Foto: Daniela Dettenhofer
Anna Pietzka verstand es, die Zuhörerinnen bei ihren Ausführungen mitzunehmen und offenbarte freimütig, dass eigene Erfahrungen sie erst bewogen hätten, sich wissenschaftlich mit dem Phänomen auseinanderzusetzen. Auch die im Titel des Vortrags versprochenen Strategien, „wie wir Selbstzweifel verabschieden und entspannter erfolgreich sein können“, blieb sie nicht schuldig. Dabei machte sie immer wieder deutlich, dass Selbstzweifel durchaus berechtigt sein können und Anlass zur Selbstreflexion bieten. Beim Impostor-Phänomen handelt es sich hingegen um chronische Selbstzweifel, die ungeachtet erworbener Qualifikationen und Kompetenzen Zufriedenheit und Erfolg im Leben sabotieren.
Die Gelegenheit, Fragen zu stellen, wurde im Anschluss an den Vortrag rege genutzt und die Referentin vermochte stets mit hilfreichen und differenzierten Antworten zu überzeugen. Die Gelegenheit, beim Karrierefrühstück ein Buch zu erwerben und von der Autorin signieren zu lassen, ließen sich viele Gäste ebenfalls nicht nehmen. Auch hier nahm sich Anna Pietzka viel Zeit und versah jedes vorgelegte Buch mit individuellen, ermutigenden Kommentaren.
Insgesamt war das Karrierefrühstück ein großer Erfolg und die Teilnehmerinnen verließen mit zufriedenen Mienen die Veranstaltungsräume. Auch in den folgenden Tagen erreichten das Frauenbüro noch Mails mit positiven Rückmeldungen.
