Über Roswitha Naßhan-Weber
Bildhauerin und Autodidaktin
Ich habe oft das Gefühl, als seien die Plastiken, die meinen Fingerspitzen entwachsen, ein Teil von mir selbst.“
Zitat der Künstlerin
Im Februar 1944 wurde ihre Kindheit durch das Unglück eines Bombentreffers auf ihr Lautzkircher Elternhaus überschattet. Sie wurde verschüttet und verbrachte lange Zeit im Krankenhaus. Der Pfarrer des Ortes ermunterte sie früh zum Malen und Zeichnen.
Ab den 1960er Jahren begann sie – mittlerweile verheiratet und Mutter von zwei Kindern – mit Malerei und Zeichenkunst, wandte sich aber ab 1976 der plastischen Gestaltung zu. Mit Kursen an der Europäischen Kunstakademie Trier bildete sich konsequent weiter. Sie fand ihren eigenen Stil in Arbeiten aus Ton und Bronze. Die sensiblen Darstellungen und Werknamen ihrer abstrakten Plastiken („Geborgen“, „Eingebettet“) muten an wie die Verarbeitung ihrer traumatischen Kindheitserlebnisse. Einige ihrer Tierdarstellungen und vor allem der freche Elwetritsch zeigen dagegen einen anderen Teil ihrer Gefühlswelt, der mit einem humorvollen Augenzwinkern daherkommt.
Die Künstlerin war Preisträgerin u.a. des Grand Prix de Sculpture de Sarreguemines.
Verfasst von: Dr. Jutta Schwan, Kunsthistorikerin im Kulturmanagement des Saarpfalz-Kreises
Veröffentlicht:03.09.2025; Zuletzt aktualisiert: 31.03.2026.



Zum Weiterlesen / Literatur
Scharwath, Günter: Das große Künstlerlexikon der Saar-Region, Saarbrücken 2017, S. 750.
Schwan, Jutta: Ein Männlein steht im Lichthof… Die saarpfälzische Künstlerin Roswitha Naßhan-Weber, in: Saarpfalz-Kreis (Hg.): Jahrbuch 2024, S. 207-212.


