. In jenen Zeiten, in denen der Zweibrücker Herzog Karl II. August auf Schloss Karlsberg residierte, diente es als „Kavaliershaus“, in dem Höflinge untergebracht wurden: Die Rede ist von jenem Gebäude am Hang des Homburger Schlossbergs, in dem einige Jahrzehnte später der streitbare Landcommissär Siebenpfeiffer seine Ideen von Freiheit und Demokratie „ausheckte“. Nicht minder aufmüpfig gerierte sich Johann Georg August Wirth, der seine Zeitung „Deutsche Tribüne“ im Haus der Witwe Dorothea Zöller in der Eisenbahnstraße druckte, während schräg gegenüber das protestantische Pfarramt von Dekan Gottfried Weber zum konspirativen Treffpunkt der führenden Demokraten wurde: Derlei Stationen gehören zu dem Rundgang durch Homburg, zu dem am Donnerstag, 16. Juli, die Siebenpfeiffer-Stiftung einlädt. Die Exkursion gilt jenen Örtlichkeiten, an denen im Vorfeld des Hambacher Festes in den Jahren 1830 bis 1832 deutsche Demokratiegeschichte geschrieben wurde.
„Das Homburger Völkchen ist äußerst liberal“ schrieb Georg Fein, der Schriftsteller und Mitarbeiter der „Deutschen Tribüne“, 1832 in einem Brief an seine Mutter, und dieses Zitat ist auch das Motto der Stadtführung. Die Exkursion zu den einzelnen Haltepunkten wird ein Gang besonderer Art durch die Innenstadt. Die Teilnehmer erwartet eine inszenierte Kostümführung: Monika Link wird als „Regina Wirth“, also Ehefrau bzw. Witwe von Johann Georg August Wirth, zeitgenössisch ausstaffiert Revue passieren lassen, was sie in ihrer stürmischen Homburger Zeit so alles erlebt hat, während ihr streitbarer Gatte die meiste Zeit in Zweibrücken hinter Gittern saß. Angesteuert werden etwa das Terrain, auf dem sich einst Siebenpfeiffers Wohnung und auch das „Landcommissariat“ befanden, das Gasthaus Cappel, in dem das erste jener zahlreichen „Festbanketten“ stattfand, die ihren Höhepunkt schließlich im Hambacher Fest fanden, und schließlich auch der Freiheitsbrunnen am Rondell. Die Teilnahme daran ist kostenlos, Ausgangspunkt ist um 18 Uhr das Außengelände des Siebenpfeiffer-Hauses, Kirchenstraße 8. Die Begehung dauert etwa anderthalb Stunden, eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich.
