Nachruf zum Tod von Hermann Theophil Juncker

„Wir verlieren mit ihm einen Künstler und auch einen Freund, der über große Kenntnisse auf vielen Gebieten verfügte, der zeitlebens eng mit dem Saarpfalz-Kreis, seiner Geschichte und Kultur verbunden war und mit dem wir als Kreis stets intensiv und gerne zusammengearbeitet haben“:  Mit diesen Worten würdigt Landrat Frank John den Homburger Künstler Hermann Theophil Juncker, der am 7. Dezember in seinem 97. Lebensjahr verstorben ist. Bis ins hohe Alter habe es eine intensive Zusammenarbeit gegeben.

„Dass Hermann Theophil Juncker enge Bezüge zu Homburg und zur Saarpfalz hatte, ist natürlich auch auf seine familiären Wurzeln zurückzuführen“, unterstreicht der Landrat. Heinrich Runck (1833-1899), Urgroßvater des Künstlers, war protestantischer Pfarrer in der damaligen „Bezirksamtsstadt“. „Von daher hatte Hermann Theophil Juncker auch aus familiären Gründen eine besondere Beziehung zur Stadtkirche, als er den Auftrag erhielt, deren Fenster zu gestalten“. Fotografien dieser Buntglasarbeiten, so Frank John, waren mehrfach Motive für die Weihnachtsgrußkarten des Saarpfalz-Kreises. Junckers Urgroßvater war es übrigens auch, der 1873 die Lateinschule begründete, aus der das heutige Saarpfalz-Gymnasium hervorging – der Saarpfalz-Kreis ist heute Träger dieser Schule. Sein Vater, Franz Juncker, von Haus aus eigentlich Theologe, kam als Religionslehrer an das damalige „Knaben-Realgymnasium“. Hermann Theophil Juncker selbst war von 1955 bis 1987 Kunsterzieher am „Mädchen-Realgymnasium“, das später zum „Staatl. Christian von Mannlich-Gymnasium“ wurde. Auch diese Schule ging später in die Schulträgerschaft des Saarpfalz-Kreises über.

Vielfältig und kaum mehr zu überblicken sind die Arbeiten, mit denen sich Hermann Theophil Juncker für und mit dem Kreis beschäftigt hat. So gestaltete er den Titel des „Kreisbuches“, das 1968 zum 150. Jubiläum des seinerzeitigen Landkreises Homburg herausgegebenen worden war. Auch zahlreiche Illustrationen in diesem Band stammen von ihm. Die Tradition blieb lebendig: Als der Saarpfalz-Kreis 2018 auf zwei Jahrhunderte zurückblickte, schuf Juncker eine Grafik, die in limitierter Auflage als Ehrengabe verliehen wurde. Ein besonderer Blickfang in der Homburger Innenstadt war das dreidimensionale Objekt, das er für die Hauptstelle der Kreissparkasse in der Homburger Talstraße geschaffen hatte. Diese Arbeit war gekennzeichnet durch seinen unverkennbaren Stil und das „Juncker-Schiff“, seine Signatur. Diese „Kunst im öffentlichen Raum“, die zum Kaufhaus „Hägin“ hin angebracht worden war, ist heute leider verschwunden.

Auch mit der Siebenpfeiffer-Stiftung pflegte er eine enge und konstruktive Kooperation seit deren Gründung 1988. Eine Medaille mit dem Konterfei des Namensgebers ging auf Junckers Gestaltung zurück. Diese war unter anderem dem ersten Träger des Siebenpfeiffer-Preises Franz Alt überreicht worden. Juncker gestaltete zudem den Einband des Buches „Ein Leben für die Freiheit“, das zum 200. Geburtstag des ersten Homburger Landcommissärs und Initiator des Hambacher Festes 1989 veröffentlicht worden war. Diese Grafik wurde danach auch als „Ansichtskarte“ in hoher Stückzahl aufgelegt. Radierungen von Juncker wurden den Trägern des Siebenpfeiffer-Preises überreicht. Das einzig erhaltene, authentische Siebenpfeiffer-Porträt, eine Zeichnung, entdeckte er in einem Münchener Antiquariat, erwarb es und schenkte es der Siebenpfeiffer-Stiftung. In deren „Freundeskreis“ war er gleichermaßen engagiertes Mitglied. Noch im Januar 2024 war sein eigens für diesen Förderverein erstelltes Werk mit dem Titel „Frieden, Freiheit, Europa“ der Öffentlichkeit vorgestellt worden.

Nicht in Erfüllung ging sein inniger Wunsch, in Zusammenarbeit mit der Kreisverwaltung für seine Bilder und diejenigen seines Vaters in Homburg einen dauerhaften Ausstellungsort zu finden. „Durch die zahlreichen Werke, die sich im Homburger Landratsamt wie auch in anderen Einrichtungen des Saarpfalz-Kreises finden, werden wir die Erinnerung an den Künstler und sein Werk in die Zukunft tragen“, unterstreicht Landrat Frank John.