Das Kreisjugendamt bietet Qualifizierungskurse zur Kindertagespflege an. Die Kindertagespflege ist eine gleichwertige Alternative neben Krippen und Kindertagesstätten. Als individuelle, flexible und familiennahe Betreuungsform stellt sie einen Baustein bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf dar. Oftmals wird diese berufliche Tätigkeit von Müttern oder Vätern in privaten Räumen angeboten. Sie betreuen die eigenen Kinder und die Tagespflegekinder. Die Kindertagespflegepersonen müssen jährlich Fortbildungen von mindestens 15 Unterrichtseinheiten absolvieren, um sich fortwährend weiterzubilden. Von Seiten des Jugendamtes werden verschiedene Fortbildungen angeboten.
Jüngst organisierten die Fachberaterinnen der Kindertagespflege eine Weiterbildung im Bildungszentrum Kirkel zum Thema „Stressbewältigung im Betreuungsalltag der Kindertagespflege“. Wichtiger denn je sind in den Berufen der Care-Arbeit - sei es bei der Kinderbetreuung oder Altenpflege – die Themen Selbstfürsorge und Selbstreflexion.
Jugendamtsleiterin Cornelia Kazakob-Marsollek bei der Eröffnung: „Es ist nicht immer ganz einfach, mit Kindern in einer ganzen Gruppe der Situation angemessen umzugehen. Um Stress bewältigen zu können, muss man die Belastungen erkennen und seine eigenen Ressourcen kennen.“
Zu Veranstaltungsbeginn waren die Teilnehmenden deshalb aufgefordert zu schildern, ob und wie sie in den letzten acht Tagen für sich persönlich gesorgt und Energie getankt haben, um ihre Balance zu wahren. Ein Themenfeld, das dabei besonders behandelt wurde, war das Erkennen der eigenen Stressoren, der persönlichen Stressverstärker und der Reaktionen darauf. Besonderes Gewicht wurde auch auf praktische Übungen und Tipps für die Anwendung im Alltag gelegt. Den praktischen Übungsteil gestaltete Claudia Knauf, Referentin des Fachtages und Theaterpädagogin mit Erfahrungen aus Montessori-Projekten. Sie lud dazu ein, persönliche Stressbewältigungsmethoden auszuprobieren. Dazu gehörten unter anderem Yoga, Achtsamkeit und Gehmeditationen. Diese Übungen können auch mit den Tagespflegekindern gemeinsam umgesetzt werden.
„Die Fachtage sind stets eine gute Gelegenheit für einen intensiven Austausch und eine Vernetzung innerhalb der Gruppe der Tagespflegepersonen, aber auch die Kompetenzen für die Arbeit mit Kindern weiterzuentwickeln. Bei der Themenauswahl achten wir darauf, dass das Gelernte in der Praxis anwendbar ist. Im Fokus des Kurses stand die Vermittlung von Methoden, die dazu geeignet sind, im Tagespflegealltag entspannte Situationen zu gestalten“ resümiert Hans Josef Daubaris, Bereichsleiter Kindertagespflege beim Jugendamt.
