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11.07.2014

Kinderschutz – ist Kooperation gefährlich?

Veranstaltung des Saarpfalz-Kreises zum Thema Kinderschutz lockte über 130 Teilnehmer ins Forum

Der Schutz von Kindern und Jugendlichen stellt eine der heutigen gesellschaftlichen Herausforderungen dar. Der Saarpfalz-Kreis stellt sich dieser Herausforderung seit langer Zeit und bleibt dabei auch „am Ball“: Jüngst führte der Saarpfalz-Kreis als einer der ersten saarländischen Kreise eine Veranstaltung zum Thema Kinderschutz durch, um die durch das Bundeskinderschutzgesetz neu hinzu genommenen Personenkreise in den Kinderschutz einzubinden.

Sehr gut besucht war die Veranstaltung des Kreisjugendamtes zum Thema „Kinderschutz“.

Sehr gut besucht war die Veranstaltung des Kreisjugendamtes zum Thema „Kinderschutz“.
Angesprochen sind nun alle Einrichtungen und Personen, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, nicht nur diejenigen, die Leistungen nach dem Jugendhilferecht erbringen. Die Veranstaltung wurde von weitaus mehr Personen besucht, als angemeldet waren. Insgesamt konnten etwa 130 Teilnehmerinnen und Teilnehmer begrüßt werden. Neben Vertretern von Berufen, die keiner Institution oder keinem Unternehmen angehören, wie beispielsweise Kinderärztinnen und Kinderärzte sowie Logopädinnen und Logopäden, waren vorrangig die Führungskräfte verschiedene Einrichtungen eingeladen. Dies verbunden mit der Hoffnung, dass diese als Multiplikatoren die Angebote des Saarpfalz-Kreises nicht nur selbst wahrnehmen, sondern auch bei Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dafür werben.

Ein Schwerpunkt der Veranstaltung stellte die Kooperation im Kinderschutz dar. Nach einleitenden Worten des Amtsleiters des Jugendamtes, Klaus Guido Ruffing hielt Professor Dr. Christian Schrapper  von der Universität Koblenz-Landau zu diesem Thema einen lebendigen Vortrag unter dem provokanten Titel „Kooperation ist gefährlich!“. Professor Schrapper, der in der Sozialen Arbeit eine bekannte Größe und bundesweit tätig ist, beleuchtete, unter welchen Bedingungen Kooperation im Kinderschutz dennoch gelingen kann. Hildegard Johann-Wagner, eine der beiden Leiterinnen der Familienhilfezentren im Saarpfalz-Kreis, knüpfte daran an und warb als Leiterin der regionalen “Netzwerke für Eltern“ für eine aktive Teilnahme in den Netzwerken durch die selbstständig Tätigen und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Führungskräfte.

Die Führungskräfte selbst sowie die selbstständig Tätigen wurden durch Claudia Göpfrich aufgefordert, Teil eines eigenen Netzwerkes zu werden. Ziel ist der Aufbau einer tragfähigen Kooperation auf Leitungsebene. „Kooperation ist gefährlich – wir wollen sie trotzdem“, stellte sie fest. Im Saarpfalz-Kreis weiß man auch, wie das geht. Das Netzwerk wird sich voraussichtlich einmal jährlich treffen, um über aktuelle Themen des Kinderschutzes zu sprechen. Das Jugendamt des Saarpfalz-Kreises bietet den Teilnehmerinnen und Teilnehmern darüber hinaus die Möglichkeit der Information über einen Mail-Verteiler sowie berufsspezifische Fortbildungen zu Kinderschutzthemen nach Bedarf. Am Ende der Veranstaltung gab es bereits zahlreiche Anmeldungen für die Teilnahme im neuen Netzwerk.

Weiterhin informierten Christian Eckhardt-Schug und Claudia Göpfrich als „InsoFas“ des Saarpfalz-Kreises über den bestehenden Beratungsanspruch nach § 8b SGB VIII (Achtes Buch Sozialgesetzbuch). „InsoFa“ ist hierzulande die Kurzbezeichnung für den gesetzlichen Terminus „insoweit erfahrene Fachkraft“, in anderen Regionen auch Kinderschutzfachkraft genannt. Alle Personen, die beruflich mit Kindern und Jugendlichen arbeiten und sich begründete Sorgen um deren Sicherheit und gesunde Entwicklung machen, können sich kostenfrei mit einer „InsoFa“ beraten und eine Gefährdungseinschätzung vornehmen. Dabei werden - falls nötig - mögliche  Maßnahmen zur Abwehr der Gefährdung besprochen und ein Hilfekonzept erarbeitet. Ein wichtiger Bestandteil der Beratung ist auch die Information und der Kontakt zu den sorgeberechtigten Eltern.

Als Fazit der Veranstaltung kann gesagt werden: Kinderschutz ist eine gesellschaftliche Herausforderung. Wird diese Herausforderung angenommen, gewinnen alle Beteiligten.

Weitere Informationen über die Netzwerkarbeit im Kinderschutz oder den Anspruch auf Beratung mit einer „InsoFa“ (beziehungsweise Kontakt zu Ihrer „InsoFa“) erhalten Interessierte beim Jugendamt des Saarpfalz-Kreises, Telefon 0 68 41 / 1 04 – 81 04 (Sekretariat), Mail: jugendamt@saarpfalz-kreis.de.



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Letzte Änderung: 11.07.2014

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