Graffiti-Workshop im Europäischen Kulturpark Bliesbruck-Reinheim kam sehr gut an

Wer sich am vergangenen Sonntag im Europäischen Kulturpark Bliesbruck-Reinheim aufhielt, dem konnte es womöglich etwas zu bunt geworden sein. Da waren doch tatsächlich mehrere Sprayerinnen und Sprayer am Werk, die sich in die Kunst des Graffitis vertieften. Wenngleich Kommunen heutzutage verstärkt Flächen dafür freigeben, werden Graffitis landläufig noch immer eher Nacht-und-Nebel-Aktionen fern der Legalität zugeschrieben. Davon konnte beim jüngsten Graffiti-Workshop hinter dem „Gebäude auf der Grenze“ allerdings keine Rede sein.

Mit zehn Teilnehmerinnen und Teilnehmern war der Workshop ausgebucht. Diese teilten sich eine 6 x 2 Meter großen Holzwand – eigens für diesen Zweck angefertigt – um ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen. Kreativität ist sicher das eine, die richtige Technik für das Malen mit der Spraydose das andere. Letztgenanntes fachkundig zu vermitteln, mit dieser Aufgabe wurde der Saarbrücker Phil Christen betraut, der vor 20 Jahren mit dem Graffiti-Sprayen begann, mit einem Hobby, das ihn bis heute nicht losgelassen hat.

Ein Graffiti schüttelt sich nicht einfach aus der Hand. „Da muss man üben, üben und nochmals üben, das geht sicher nicht so nebenbei“, versicherte Phil Christen. Er erklärte den Workshop-Teilnehmern die anzuwendenden grundlegenden Techniken, und er gab Tipps, wie sie am besten ihre Ideen und Vorstellungen auf die Wand bringen. Der Abstand zur Wand, die Düsengröße auf der Spraydose oder schnelle bzw. langsame Bewegungen beim Führen der Farbe sind u. a. Faktoren, die zum Gelingen eines Graffitis beitragen.

Bevor es an das große Werk ging, hielten die Teilnehmenden ihre Ideen zunächst auf einem Stück Pappe fest. Dann machten sich alle in den Gruppen, in denen sie gekommen waren, an ihr Gemeinschaftswerk.  

 

Was das Signieren eine Graffitis angeht, so hinterlässt nicht jeder Sprayer seine persönliche Spur. Die Workshop-Teilnehmer taten es gleichwohl. Sofia, Olivia und Viola Becker entschieden sich für das Kürzel „BB“. „Becker Bande“ klärten die drei Schwestern aus St. Ingbert lachend auf, während sie sich dem letzten Detail ihres Bildes widmeten, einem Heißluftballon über der Großstadt am Tage. Über dem nächtlichen Part stand der abnehmende Mond, der den Beginn des Schriftzuges „City“ markierte. An Kreativität und auch Spontaneität fehlte es hier sicher niemandem.

Das Pendant zu den Schwestern agierte auf der anderen Seite der Holzwand: Danis, Davis und Deyan Kremp, drei Brüder aus Reinheim, glaubten an die Symbolkraft ihres Namenskürzels und probierten sich an einem  riesigen, farbenfrohen  „DK5“- Warum fünf und nicht drei?. „Wir sind fünf Brüder mit denselben Initialen, zwei von uns sind aber zu Hause geblieben“, lautete die Erklärung.

Immer wieder klinkte sich Phil Christen ein, nahm Schablonen zu Hand, gab Farbanregungen, korrigierte Outlines, kreierte Verläufe u. v. m. Das half auch Jana Mannweiler weiter, die aus der benachbarten Pfalz, genau gesagt aus Niedermohr, angereist war. Sie zeichne und skizziere gerne mit Bleistift und wolle sich jetzt an einer neuen Technik versuchen, erzählte die Workshopteilnehmerin. Da kam ihr dieses Event natürlich gelegen – und ihr Faible für Eulen auch, denn damit war ihr erstes Graffiti-Motiv gesetzt.

Sabine Spohr aus St. Ingbert begleitete ihren Sohn Tobias zum Workshop. Nachdem ihr Sprössling den Wunsch nach einem selbst gemachten Graffiti in seinem Zimmer geäußert hatte, wollte Sabine Spohr doch auf Nummer sicher gehen und testen, was es mit dem Sprühen überhaupt auf sich hat. In ihrem Bild kombinierten Mutter und Sohn das Zeichnen und Schreiben – es entstand der Namensschriftzug „Tobi“ vor einem Vogel – und beide zeigten sich mit dem Ergebnis zufrieden. Alle Teilnehmenden bestätigten nach Vollendung ihrer Bilder, dass ihnen der Workshop großen Spaß gemacht hätte.

 „Wir freuen uns, dass wir für diesen Workshop so viele junge Menschen begeistern konnten. Wir haben hier auf der deutsch-französischen Grenze eine facettenreiche Parkanlage inmitten einer faszinierenden Kulturlandschaft. Es ist uns wichtig, dass der Kulturpark über die Archäologie hinaus als solcher angesehen und auch genutzt wird. Mit Veranstaltungen wie diesem Workshop heute möchten wir die Kulturarbeit im Park für Jung und Alt – bestenfalls interaktiv – vorantreiben“, betonen Ann-Kathrin Göritz (Marketing Europäischer Kulturpark)  und Museumsleiter Dr. Andreas Stinsky, die den Workshop initiierten und organisierten.

 

Der nächste Workshop am 28. August ist bereits ausgebucht. Ann-Kathrin Göritz und Andreas Stinsky bemühen sich um einen weiteren Termin, der dann u.a. im Internet unter www.europaeischer-kulturpark.de bekannt gemacht wird.

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