Im Homburger Forum wurde die 18. Ausgabe des Saarpfalz-Jahrbuchs von Martin Luckas, ehemaliger Geschäftsführer des Landkreistages Saarland, vorgestellt.

„Jedes einzelne Jahrbuch ist etwas ganz Wertvolles und lädt ein, unseren Kreis neu zu betrachten. Wir haben eine interessante Geschichte. Weil die Beiträge aus profunden Federn kommen, ist dies eine Schatzkiste“, unterstrich Landrat Dr. Theophil Gallo bei der Vorstellung der 18. Ausgabe des Saarpfalz-Jahrbuchs. Das Jahrbuch kommt in Zusammenarbeit mit der Ottweiler Druckerei wie gewohnt zur Novemberzeit heraus, dieses Mal aber im neuen „Kleid“. „Es gibt eine große Themenvielfalt und ein Potpourri an Literatur und Mundart. Die genau 222 Seiten für das Jahrbuch 2022 sind neu gestaltet. Die Farbgebung hat von Blau in Grün gewechselt, und die vor kurzem kreierte Schrift ins Source Serif Variable kam zum Einsatz. Die Bilder wurden mit einem Schlagschatten zur Tiefenwirkung und fast dreidimensionalen Hervorhebung versehen“, informierte Redaktionsleiter Martin Baus vom Fachbereich Kulturmanagement des Saarpfalz-Kreises und bedankte sich bei den Autorinnen und Autoren für ihre Bereitschaft, mitzuarbeiten.

„Historiker begründen ihre Rückschau mit dem Satz ‚Wer nicht weiß, woher er kommt, der weiß auch nicht, wohin er geht‘. Das Saarpfalz-Jahrbuch zeigt in vielen Beiträgen bis in die jüngste Gegenwart, woher wir kommen. Beim Lesen fällt die warmherzige und zugewandte Grundhaltung der Autorinnen und Autoren zu ihren Sujets auf. Für ihre Empathie, ihr Engagement und ihre Neugier gebührt ihnen Dank“, konstatierte Martin Luckas, Politik- und Sozialwissenschaftler, Germanist und ehemaliger Geschäftsführer des Landkreistages Saarland. Aus den insgesamt 37 Beiträgen griff er einige Beispiele heraus wie den Beitrag über den Bau der Homburger Rundkirche St. Fronleichnam vor 60 Jahren von Heinz Weinkauf, der Anlass für Luckas sein wird, sich die Rundkirche näher anzuschauen. Als St. Ingberter konnte er sich noch gut an „Paul’s Nudelfabrik“ in Rohrbach erinnern, deren Werdegang von Karl Abel nachgezeichnet wird. Der Beitrag von Dr. Bernhard Becker beschreibt eindrücklich die Entwicklung und Bedeutung des kleinen Tagelöhnerhauses in Erfweiler-Ehlingen. Und wichtig für den Nordkreis ist die Aufsatz zur Steinkohlenbergehalde in Höchen von Thomas Klein mit seiner Anregung einer touristischen Nutzung. Erwähnt wurde auch der Artikel von Ludwig Hoffmann zur Landwirtschaft in der Saarpfalz in der Mitte des 20 Jahrhunderts zur Kinderarbeit, der Mechanisierung, der Versorgung der Bevölkerung und dem Klimawandel. Biografien wie jene zu Herzog Christian IV. zu dessen 300. Geburtstag von Dr. Jutta Schwan, Johann Christian (von) Mannlich zum 200. Todestag und Konrad Kötz aus Limbach von Martin Baus oder gar Franz Ehrmanntraut aus Wörschweiler von Jürgen K. Neumann repräsentierten das eingangs erwähnte Motto historischer Wurzelfindung einer Region. Schließlich erwähnte er auch den Beitrag von Landrat Dr. Gallo zur Bedeutung kommunaler Partnerschaften, die besser unterstützt und finanziert werden müssten: Es handele sich – mit Blick auf Europa, auf Völkerverständigung und auf die friedenssichernde Wirkung solcher Aktivitäten – um eine Aufgabe von nationaler Bedeutung, die nicht von der finanziellen Leistungsfähigkeit der Kommunen abhängen dürfe.

„Martin Luckas hat uns das Jahrbuch in einer brillanten Art und Weise vorstellt, einen schönen Bogen über die Beiträge gespannt und uns einen Strauß an Vorschlägen und Ideen für das nächste Jahrbuch gemacht. 2022 begehen wir das 25jährige Jubiläum der Kreispartnerschaft mit unserem Partnerlandkreis Henrico County/Virginia. In Anlehnung an den Beitrag zur Homburger Musikszene von Norbert Müller und die darin erwähnte Radiosendung „Hallo Twen“ mit Manfred Sexauer aus den 60er Jahren findet sich vielleicht ein Zeitzeuge oder eine Zeitzeugin, um etwas zum Einfluss des amerikanischen Senders AFN aus Kaiserslautern zu reflektieren. Man konnte damals Songs aufnehmen, die man sonst nicht hörte“, ergänzte Landrat Dr. Theophil Gallo, „ärgerlich war manchmal nur, wenn Wolfman Jack in seinen Sendungen mitten im Lied sein typisches wolfsähnliches Geheul loslies“.

Das „Saarpfalz-Jahrbuch 2022 ist erhältlich in Buchhandlungen, Schreibwarenschäften sowie beim Kulturmanagement des Saarpfalz-Kreises, Tel, (06841) 104-8409, Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Es kostet trotz Papierpreissteigerungen noch immer sechs Euro.

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