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27.02.2018

Schulische Wege, Ausbildung und Arbeit


Das deutsche Bildungssystem bietet viele individuelle Wege der Schul- und Berufsausbildung. Ralf Bölter und Akhtar Beidar Miryar vom Jobcenter Homburg informierten in Kirkel-Neuhäusel geflüchtete und einheimische Jugendliche und Erwachsene über Einstiegsqualifizierungen, Berufsausbildung und berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen.


Ergänzend zu den Informationen des Homburger Jobcenters im Haus des Roten Kreuzes in Kirkel boten die Tischgespräche Gelegenheit zur Beantwortung von offenen Fragen. Foto: Beate Ruffing
Der Schulungsraum im Haus des Roten Kreuzes neben der Feuerwehr in Kirkel-Neuhäusel platzte fast aus allen Nähten. Auf Einladung von Josef Homberg von der Kirkeler AGIL-Gruppe (Arbeitskreis für gemeindenahe Integration in das Leben in Kirkel) in Kooperation mit der Leitstelle Lebenslanges Lernen des Saarpfalz-Kreises waren viele aus Syrien geflüchtete Menschen und deren ehrenamtlichen Paten gekommen. Seitdem die ersten Familien aus den Kriegsgebieten den Kirkeler Ortsteil erreichten, kümmern sich Homberg und sein Team um die Menschen. Sie unterstützen ergänzend zum Sozialbüro der Gemeinde bei der Ankunft, begleiten zu Ärzten, Kitas, Schulen und Behördenterminen. In der zurückliegenden Zeit seit 2015 gab und gibt es bei den Angekommenen einige schwere Schicksale und Belastungen, bei denen sie Beistand leisten. „Unsere ehrenamtliche Arbeit hat sich weiterentwickelt. Im Fokus stehen heute neben dem Spracherwerb die Hilfe bei der Suche nach Praktikums, Ausbildungs- und Arbeitsplätzen.“, schildert Josef Homberg seine Initiative zum Informationsangebot des Jobcenters. „Bei dieser öffentlichen Veranstaltung sollen Grundinformationen zu den schulischen und beruflichen Angeboten und Beratungsdiensten für Jugendliche und junge Erwachsene gegeben werden. Des Weiteren sollen für alle Beteiligten Hinweise zur Arbeits- und Berufsorientierung und Vermittlung sowie praktische Hilfen gegeben werden.“, ergänzt Homberg. Ralf Bölter und Akhtar Beidar Miryar vom Jobcenter des Saarpfalz-Kreises erklärten die Möglichkeiten im Rahmen der Einstiegsberatung nach dem Einstufungstest des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) und die nachfolgende Unterstützung in der Ausbildungs- und Arbeitsvermittlung. Da das Angebot an BAMF-Integrations- und Sprachkursen die Nachfrage nicht deckt, sind zur Überbrückung der Wartezeiten interkulturelle Arbeitsgelegenheiten oder speziell für Frauen mit Fluchthintergrund das Projekt AMAL entwickelt worden. AMAL bietet einen Basissprachkurs und eine berufliche Erstorientierung für Frauen mit Kinderbetreuung beim Frauenbüro des Saarpfalz-Kreises. Bei der Darstellung der Bildungswege von der Grundschule (Primarstufe) über die Sekundarstufen I und II bis hin zum Studium erklärten die beiden Fachleute insbesondere die Vorteile der in Syrien nicht bekannten dualen Ausbildung im theoretischen Lernen in der Berufsschule und dem praxisorientierten Lernen im Ausbildungsbetrieb. Interessant für Betriebe sind Eingliederungszuschüsse, bei denen das Jobcenter Anteile zu den Lohnkosten übernehmen kann.  „Für die Beschäftigung eines Arbeitnehmers mit Vermittlungshemmnissen kann bis zu sechs Monate ein Eingliederungszuschuss in Höhe von bis zu 50% des Arbeitsentgeltes gezahlt werden, wobei der Arbeitgeber den Arbeitnehmer mindestens solange nachbeschäftigen muss wie der Zuschuss gezahlt wurde.“, beschreibt Ralf Bölter das Programm. Die Jugendlichen Anwar Jemdo und Yazan Mohammad Hammoud übersetzten die Vorträge für die Anwesenden in deren syrische Heimatsprache und gewährleisteten einen erfolgreichen Austausch bei den Tischgesprächen und im Plenum. „Das Ankommen in der Sprache ist eine lange, große Herausforderung und ein Schlüssel zur gelingenden Integration.“ resümiert Josef Homberg bei seinem Dank an alle, die das Gelingen der Veranstaltung ermöglichten.

Infos bei Annette Molter-Klein, Bildungskoordinatorin für Neuzugewanderte, Leitstelle Lebenslanges Lernen des Saarpfalz-Kreises, Tel.06841/104-8397 oder E-Mail: annette.molter-klein@saarpfalz-kreis.de



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Letzte Änderung: 27.02.2018

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