Ein barockes Juwel

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17.06.2002

Ein barockes Juwel

Ausstellungseröffnung zugunsten der Schlosskirche Blieskastel

Mit der Blieskasteler Schlosskirche ist derzeit auch eines der markantesten Wahrzeichen des Saarlandes ernsthaft in seinem Bestand bedroht: Nur umfangreiche, möglichst rasche Restaurierungsarbeiten können dieses unersetzliche Barockjuwel – zugleich eines der bedeutendsten Sakralbauwerke Südwestdeutschlands - noch retten!

Als Auftakt einer langfristigen Projekt-Partnerschaft und in enger Zusammenarbeit mit der Stadt Blieskastel und dem Saarpfalz-Kreis unterstützt nun die Alte Sammlung des Saarland Museums die grenzüberschreitenden Bemühungen, die vom Stengel-Schüler Peter Reheis erbaute „Krone Blieskastels“ zu erhalten. „Barocke Schätze aus Blieskastel und die Schlosskirche – Multiples von Klaus Friedrich“ lautet dabei der Titel jener ungewöhnlichen Sonderpräsentation, die gleich in mehrfacher Hinsicht auch überregional für Impulse sorgen dürfte. So wird mit dieser eigens konzipierten Ausstellung nicht nur ein bedrohtes, landesweit einzigartiges Wahrzeichen in den Mittelpunkt gerückt, sondern werden mit den barocken Schätzen des Saarpfalz-Kreises auch die Schätze der Region einer interessierten Öffentlichkeit erschlossen.

Im Rahmen dieser Ausstellung werden erstmals Vitrinen-Exponate aus dem barocken Blieskastel – darunter eine wunderschöne, eigens für diese Ausstellung restaurierte Mantelmadonna - sowie historische Fotoaufnahmen der Schlosskirche und ihrer barocken Umgebung aus den Magazinbeständen der Alten Sammlung gezeigt, die bislang ebenfalls noch nie zu sehen waren. Kostbares Frankenthaler Porzellan aus Blieskasteler Privatbesitz, ein Zinnteller, ein Gerichtssiegel sowie ein seltenes Buch aus der gräflich-Leyenschen Bibliothek geben dabei einen verdichteten Eindruck herrschaftlichen Lebens zwischen Saar und Blies am Vorabend der Französischen Revolution. Ein beachtenswertes Exponat bildet darüber hinaus eine kleine Porzellanbüste: das bislang einzig bekanntes Stück, das der nur wenige Jahre bestehenden Blieskasteler Porzellanmanufaktur zugeschrieben werden könnte.

Als spannende Ergänzung hierzu werden neben den ersten Motiven einer Benefiz-Edition zeitgenössischer Kunst, die die Rettungsarbeiten an der Schlosskirche nachhaltig unterstützen soll, 12 der faszinierenden „Copy Art“-Arbeiten von Klaus Friedrich zu sehen sein: Mit ihnen interpretiert der 1969 in Frankfurt geborene, heute in Sankt Ingbert lebende Medien-Künstler die Schlosskirche über ihre formalen Stilelemente hinaus neu und eröffnet so den Blick für die vielschichtigen, mitunter verborgenen Facetten der Schlosskirche. Zugleich wird mit diesen Arbeiten – deren Hängung übrigens die Fassade der ehemaligen Blieskasteler Hofkirche zitiert - erstmals in der traditionsreichen Geschichte der Alten Sammlung zeitgenössische Kunst präsentiert. Damit soll - ganz im Sinne von Museumsdirektor Dr. Christof Trepesch - gezeigt werden, dass barocke Kunst lebt und bewegt.

Wie groß das Interesse an dieser Sonderpräsentation und dem landesweit einmaligen Projekt, mit Kunst von heute die Kunst von gestern zu erhalten, ist, zeigte sich bereits zur Ausstellungseröffnung am vergangenen Mittwoch: So waren allein zur Vernissage mehr als 100 gespannte Gäste in die „Schatzkammer des Saarlandes“ gekommen. Dort begrüßte Ernest W. Uthemann, Direktor des Saarland Museums, die selbst aus der Pfalz angereisten Besucher und führte gemeinsam mit Christof Trepesch, dem Kustos der Alten Sammlung, und Landrat Clemens Lindemann als Schirmherr von Ausstellung und Benefiz-Edition, in die vielschichtigen Aspekte der Präsentation und des zeitgenössischen Multiple-Projekts ein. Anlässlich der Ausstellungseröffnung führte zudem der in Ormesheim lebende Christian Konrad – er ist einer der wenigen Musiker in Deutschland, die konsequent das Einsatzspektrum des Basses als Solo-Instrument weiterentwickelt haben - erstmals Teile seiner eigens im Rahmen dieses Projektes komponierten Klangperformance auf, mit der er auf ungewöhnliche Weise das Thema „Sakrale Räume“ auch akustisch interpretiert.

Sehr erfreut über diese Ausstellung und den großen Zuspruch zeigte sich neben Blieskastels Kulturamtsleiter Harald Becker vor allem Pfarrer Hermann Kast: Als „Hausherr“ der bedrohten Schlosskirche und Vorsitzender des unermüdlich für deren Erhalt engagierten Kirchenbauvereins konnte er an diesem Abend zahlreiche „neue Freundinnen und Freunde“ begrüßen, die im Rahmen der Sonderpräsentation spontan ihre Hilfe zusagten. Diese braucht die Kirche auch künftig ebenso nötig wie jene 330.000 Euro, die der Kirchenbauverein als Eigenanteil an den Rettungsarbeiten aufbringen muss.

Die Sonderpräsentation „Barocke Schätze aus Blieskastel und ‚Die Schlosskirche‘ – Multiples von Klaus Friedrich“ ist noch bis einschließlich 27. Oktober in der Alten Sammlung des Saarland Museums , Karlstraße 1, Saarbrücken, zu dessen Öffnungszeiten zu sehen: Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr, mittwochs zudem bis 22 Uhr . Ausstellungsbegleitend sind Zusatzveranstaltungen sowie Sonderführungen vor Ort vorgesehen.
Während der Ausstellung sind die beiden auf jeweils 99 Exemplare limitierten Multiples der Benefiz-Edition 2002 auch in der Alten Sammlung zu erwerben. Der Preis je Bild – handsigniert, fertig gerahmt und einschließlich Passepartout - beträgt dabei 85,- Euro. Von diesen 85,- Euro wiederum kommt ein großer Teil direkt den Rettungsarbeiten an der Schlosskirche zugute.

Parallel zur Ausstellung besteht zudem für Einzelpersonen und Gruppen – Privatpersonen, Vereine oder Unternehmen – die Gelegenheit, im Rahmen spezieller Sonderführungen die „Schatzkammer des Saarlandes“ näher kennenzulernen.

Autor: ust


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Letzte Änderung: 12.04.2005

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