Villenanlage

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Villenanlage


Die Eroberung Galliens nach dem blutigen Krieg zwischen 58 und 51 v. Chr. bedeutete für die ansässigen Kelten nicht nur Unterdrückung, sondern auch eine neue Chance für eine weitere friedliche Entwicklung.


Der römische Staat schenkte der nun neu gegründeten gallischen Provinzen in Hinsicht ihrer wirtschaftlichen Entwicklung große Aufmerksamkeit. Die Romanisierung und Urbanisierung des unteren Bliestales erlebte im 1. Jahrhundert n. Chr. starke Impulse. Einige Kilometer nordöstlich der Einmündung der Blies in die Saar entstand, nördlich der lothringischen Ortschaft Bliesbruck, möglicherweise aus einer alten keltischen Siedlung, ein wichtiges Produktionszentrum. Wir kennen nicht den antiken Namen dieses vicus, der gegen Ende des 2. Jahrhunderts n. Chr. etwa 1500 bis 2000 Einwohner zählte.

Die seit 1979 kontinuierlich durchgeführten planmäßigen Untersuchungen in dem vicus Bliesbruck auf dem sogenannten „Steinacker“, bezeugen zusammen mit den aus dem vorigen Jahrhundert stammenden alten Funden eine bedeutende Ansiedlung, die von Mitte des 1. Bis in das 1 Drittel des 5. Jahrhundert n. Chr. bewohnt war. Sie besaß städtische Merkmale (Petit 2000, 446) und bedeckte ein Areal von mehreren Dutzend Hektar. Die Hauptachse (Nord-Süd) des vicus verläuft unter der heutigen Landstraße, die die Ortschaften Bliesbruck und Reinheim verbindet. Neben dieser Hauptstraße sind noch zwei weitere Straßen bekannt. In einer zeitlich sehr befristeten Notgrabung wurde eine dieser Straßen im Bereich des neu erschlossenen Wohngebietes am äußersten Nordrand Bliesbrucks aufgedeckt. Im gleichen Bereich wurden große Gebäude von fast monumentalen Ausmaßen erfasst. Mehrere Bereiche des vicus sind inzwischen dank neuerer Grabungen gut bekannt. Es handelt sich um ein Handwerker- und Händlerviertel, eine Badeanlage, Teile von einem Marktplatz und zahlreiche Gruben und Schächte.

Neben dem Handwerk bildete die Landwirtschaft das wichtigste Fundament der römischen Wirtschaft. Sie sorgte nicht nur für die Bedarfabdeckung der einheimischen Bevölkerung mit Landwirtschaftsprodukten, sondern auch für eine reibungslose Versorgung der römischen Armee. Diese Aufgabe erfüllten die Land- und Gutshöfe, die villae rusticae. Bauerndörfer, wie sie aus dem Mittelalter bekannt sind, existierten in der Nordwestprovinzen des römischen Reiches nicht. In dem Einzugsgebiet des vicus Bliesbruck, mit einem Radius von etwa 15 km, entstand eine große Zahl an Einzelhöfen, die villae rusticae, darunter auch die Villenanlage von Reinheim.

Mit Hilfe von elektromagnetischen Untersuchungsmethoden wurden an mehreren Stellen Mauerstrukturen festgestellt, die wahrscheinlich zum vicus gehörten. Mehrere Brandgräber, die bei den Bau eines Gebäudes 1997 auf dem Gelände des ehemaligen Bahnhofes Bliesbruck entdeckt wurden, erlauben den Standort eines Gräberfeldes (Anm.1) zu lokalisieren. Das zweite wurde im Herbst 2000, einige Metern nördlich der Staatsgrenze, dokumentiert.. Gegen Ende des 1. Jahrhunderts n. Chr. bekam die gallo-römische Siedlung von Bliesbruck einen städtischen Charakter.

Die bislang neunzehn archäologisch untersuchten Streifenhäuser des nördlichen Teils des vicus sind aus Kalkstein errichtet und besitzen in der Regel, neben einem Keller, ein oder mehrere hypokaustierten Wohnräume. Ein Innenhof diente als Werkstatt. Zur Straße hin befanden sich Geschäftsräume. Ein Portikus an der Straßenseite ergänzte die Hausarchitektur. Auffallend sind sieben westlich der Hauptstraße liegenden Streifenhäuser, die zu einer gemeinsamen Bauphase gehören. Die Straßenfassade befindet sich in einer Flucht, die Portikussockeln ebenfalls. Sie bilden einen Kontrast zu der mehr oder weniger planlos gebauten übrigen Streifenhäusern. Weiterhin wird ein öffentliches Gebäude an der Nordseite des Markplatzes vermutet. Die aus einer Steinpflasterung bestehende, etwa sechs Meter breite Hauptstraße ist mit einem aus Steinplatten errichteten Abwasserkanal versehen. Die Wasserversorgung erfolgte neben Brunnen durch Holzwasserleitungen. Eisenringe, die zur Verbindung zweier Wasserholzröhre diente, wurden mehrmals dokumentiert.



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Letzte Änderung: 13.05.2009

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