Historische Bauten

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Historische Bauten



Einige hundert Meter nordwestlich des vicus in Bliesbruck liegt am Rande des saarländischen Ortes Reinheim auf einer kleinen Erhebung mit dem Namen „Heidenhübel“ das Hauptgebäude einer Villenanlage.
Eine planmäßige archäologische Untersuchung auf dem „Heidenhübel“ begann im Sommer 1987. Die Grabungsarbeiten ergaben, dass es sich um eine Villenanlage handelt, die in der ersten Hälfte des 3. Jahrhunderts ihre größte Ausdehnung erlebte. Zu diesem Zeitpunkt gliederte sie sich in zwei Bereiche: Hauptgebäude (Bauteil A) und Hofareal (Bauteil B). Das Hauptgebäude mit einer Größe von fast 80 m X 62 m setzt sich aus einem rechteckigen Mitteltrakt und zwei flankierenden Flügelbauten zusammen, die weit vorspringende Eckrisalite ausbilden.

Ein nur drei Meter schmales, aber fast 40 Meter langes aus Kalksteinplatten gebautes Wasserbecken verzierte die Nordfassade. Im Westflügel befanden sich der Wohntrakt, das Bad und der Keller. Das Hofareal (etwa 300 m Länge und 135 m Breite) wurde von einer Mauer begrenzt. Außen, an den Längsseiten angefügt, standen sechs rechteckige Einzelgebäude in regelmäßigen Abständen, die sich in ihren Grundrisse nur leicht unterschieden.

Den Zerstörungen des 3. Jahrhunderts folgte eine Phase des Wiederaufbaus. Viele Räume bekamen eine neue Funktion. Der Mitteltrakt des Hauptgebäudes diente nun als Küche und Werkstatt. In den Einzelgebäuden B2 und B3 befanden sich Metallwerkstätten. Nach einer erneuten Brandzerstörung in der Mitte des 4. Jahrhunderts, der die gesamte Anlage zum Opfer fiel, endete die Geschichte der Villenanlage von Reinheim. Vereinzeltes Fundmaterial aus der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts deutet auf eine schwache Besiedlung im Bereich des Westflügels des Hauptgebäudes hin.
Bei der Anlage in Reinheim hat es sich um einen römischen Gutshof (villa rustica) gehandelt. Die Nähe zur Siedlung Bliesbruck ist nicht überraschend, da solche Villenanlagen üblicherweise die Versorgung der städtischen Ortschaften mit Nahrungsmitteln sicherten. Gleichzeitig wurden diese Landgüter mit Werkzeugen und Haushaltwaren aller Art aus den Siedlungen beliefert.
 
Vicus
Um die Achse der heute noch bestehenden Straße herum befindet sich eine kleine Stadt. Ihre größte Ausdehnung erreichte sie im zweiten und im dritten Jahrhundert n. Chr. In dieser Zeit erstreckt der Siedlungskern sich über etwa zwanzig Hektar.
Beiderseits der Hauptachse sind Handwerker- und kaufmännische Viertel angesiedelt. Sie bestehen hauptsächlich aus rechtwinkligen Bauten, die durch eine an der Schmalseite zum Weg hin geöffnete Säulengang gesäumt werden. Sie bilden eine bauliche Einheit aus handwerklich genutzten Räumen, Wohnräumen und Aufenthaltsräumen, die sich in Höfen mit Anbindung an Nebengebäude, Brunnen und Latrinenanlage fortsetzen.
 
Thermen
Das hervorstechende Merkmal des Kerns dieser kleinen Stadt sind die riesigen öffentlichen Thermen, an einem parallel zur Hauptstraße gelegenen Verkehrsweg gelegen. Diese öffentlichen Thermen sind in einen Gebäudekomplex eingebunden, an den sich wiederum zwei säulenhallengesäumte Ladenflügel anschließen. Diese stadttypische Gebäudefront öffnet sich sicherlich zu einem Platz hin. Bei Erkundungsarbeiten aus der Luft und geophysischen Untersuchungen wurden dort bereits weitere öffentliche Gebäude entdeckt.

An den Thermen ist ein Pavillon entstanden. Er schützt den zentralen Bäderteil und ist über einen überdachten Gang, der an die die Ladenlokale säumenden Säulengänge erinnert, mit dem Empfangsgebäude verbunden. Diese in soliden Formen gehaltenen Gebäude sind aus unbearbeiteten Materialien gebaut, auf denen die Zeit ihre Spuren hinterlässt: Holz, Stahl und Rohbeton.

Die zurückhaltende Architektur des Pavillons unterlässt den Versuch, die mutmaßliche Volumetrie der antiken Gebäude nachzubilden.

Den Abschluss zur Peripherie hin bilden Glaswände, die guten Schutz bieten, ohne den bedachten Teil aus seinem Gesamtkontext zu lösen. Im Innenbereich geht der Besucher über Stege, die sich über das Abgleichniveau erheben und aus dieser erhöhten Position einen Überblick über die Anordnung der einzelnen Räume bieten. Durch dieses System werden gleichzeitig die Ausgrabungen selbst geschützt, denn der Besucher kommt nicht mit den Funden in Berührung. Hängende Holzelemente deuten die räumliche Trennung zwischen den antiken Räumen an. Die Museographie bezieht den Besucher aktiv in die Besichtigung ein: Er kann Anfragen stellen, Angaben abfragen, nachbilden und selbst interpretieren. Alle Informationen werden hierarchisch gegliedert auf Glasplatten dargeboten, die gleichzeitig den Weg über die Stege weisen, die Aufmerksamkeit auf besonders günstige Aussichtspunkte lenken und die eigene Beobachtung des Besuchers fördern.
 
Das Handwerkerviertel
Die Gestaltung des Handwerkerviertels im Osten folgt dem Grundsatz, dass die empfindlichen Ausgrabungen geschützt und das Verständnis des Besuchers gleichzeitig durch eine sinnvolle Wegführung, durch systematische Gestaltung der Böden und verständliche Orientierungszeichen gefördert werden sollen. Einige Funde mussten seit ihrer Ausgrabung vorübergehend abgedeckt werden (Räume mit Hypocaustum-Heizung und Keller). Ihre Schutzvorrichtungen sind von ihrer Morphologie her denjenigen im Pavillon der Thermen nachempfunden. Der Besichtigungsrundgang wird von einigen Hinweispfosten gesäumt, die Erklärungen in Form kurzer, reich bebilderter Texte geben.



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Letzte Änderung: 03.07.2009

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