Fürstinnengrab

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Fürstinnengrab


Frühlatènezeitliches Fürstinnengrab

Im 8. Jahrhundert vor Chr. kommt in Mitteleuropa als wesentliche Neuerung das Eisen zur Herstellung der Gerätschaften des täglichen Lebens in Gebrauch. Einschneidende Veränderungen in allen Lebensbereichen kennzeichnen diesen Zeitabschnitt. Es beginnt eine neue Epoche, die Eisenzeit. Die Brandbestattungssitte der Spätbronzezeit wird nun durch die Sitte der Körperbestattung unter Grabhügeln abgelöst.
Was die Toten an Waffen, Kleidung, Schmuck, Speise und Trank im Jenseits benötigten, wurde ihnen mit ins Grab gegeben. Durch mächtige Grabhügel, die nur von einer größeren Gemeinschaft errichtet werden konnten, verdeutlicht sich in der älteren Hallstattzeit (750 - 630 vor Chr.) der Führungsanspruch der in ihnen bestatteten Krieger mit chwertbeigabe. Der Saarpfalz-Kreis lässt sich kulturell einer westlichen Hallstattgruppe zuordnen, welche die Pfalz, das südöstliche Saarland, die Nordwestschweiz und Ostfrankreich umfasst. Innerhalb dieser westlichen Hallstattgruppe bilden die Südpfalz, das südöstliche Saarland und Lothringen wiederum eine kleinräumige, regionale Einheit. Die sich an die Hallstattzeit anschließende Latènezeit (450-50 v. Chr.) wird allgemein als Zeit der Kelten bezeichnet. Zu den berühmtesten und schönsten Fundkomplexen in ganz Mitteleuropa zählt das Fürstinnengrab von Reinheim (um 400 v.Chr.), das zufällig beim Kiesabbau entdeckt wurde. Unter einem mächtigen Grabhügel von 23 m Durchmesser und 4,60 m Höhe war in einer hölzernen Grabkammer eine Frau aus der damaligen Oberschicht bestattet worden.
Das Skelett war im stark kalkzehrenden Milieu des Kiesbodens vollständig vergangen, aber die reichen Beigaben sind zum großen Teil erhalten geblieben. Außer ihrer Schmucktracht, die aus einem Halsring, zwei Armringen und Fingerringen aus Gold, Armreifen aus Ölschiefer und Glas sowie mehreren Fibeln aus Gold, Bronze und Koralle, einem Ensemble aus Bernsteinperlen, Glasperlen, einer Gürtelkette, Anhängerfiguren und anderen Utensilien bestand, waren ihr außerdem ein seltener Bronzespiegel, ein Eisenmesser, ein Bernsteinstab unklarer Funktion und ein mehrteiliges Trinkgeschirr bestehend aus zwei Bronzeschalen, den Goldbeschlägen zweier Trinkhörner und einer mehr als bemerkenswerten bronzenen Röhrenkanne.
Die museographische Darstellung des Fürstinnengrabs ist einer der Höhepunkte der Besichtigung des Kulturparks. Drei Hügelgräber sind im unmittelbaren Umfeld des Fürstinnengrabs nachgebildet worden. Einer der Grabhügel, das Fürstinnengrab, kann besichtigt werden. Bereits durch die äußere Gestaltung erkennt der Besucher, dass der Hügel kein Bau- bzw. Kunstdekmal ist, sondern eine Nachbildung im Maßstab 1:1. Man betritt das Hügelgrab durch den angeschnittenen Empfangspavillon aus modernen Werkstoffen wie Beton, Holz, Glas und Kupfer. Ein spiralförmiger Gang führt in die sehr nüchtern nachgebildete Grabkammer. Seine Form und Beleuchtung wirken verfremdend.



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Letzte Änderung: 22.04.2010

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