Mandelbachtal
Im Tölt durch die Wälder
Bundesweit aktiv: Saga Reitschulen in Mandelbachtal
Der Grenzlandhof in Bebelsheim ist eine der ältesten Islandpferdezuchten in Deutschland. Zufall? Ja und nein. Zufall war, dass ein Saarländer nach dem Krieg in Island Arbeit fand und dort seine Liebe zu dieser Pferderasse entdeckte. Kein Zufall war, dass er später in der Saarpfalz geradezu ideale landschaftliche Bedingungen vorfand, um sich in Sachen Pferde und Rinder selbstständig zu machen.
35 Jahre später stehen auf dem malerisch gelegenen Hof mehr als 250 Isländer und 80 Mutterkühe nebst Kälbern. Und es steht dort ein Blockhaus, in dem eine bundesweit etablierte Kette von Reitschulen gemanagt wird. "Saga" heißt das Unternehmen. Heute gehören zu ihm rund zwei Dutzend Standorte. Von Steenkamp - nördlich von Hamburg bis zum Hofgut Storzeln am Bodensee sind sie in Deutschland gut gestreut.
Saga funktioniert nach dem Franchisemodell. In der Zentrale sind Fach-Know-how und reichlich Erfahrungen gebündelt, von denen die Lizenznehmer profitieren. Saga hilft beim Aufbau einer selbstständigen Existenz, macht Reitlehrer fit, hilft mit individuellen Problemlösungen. Im Büro von Silvia Becker fallen Begriffe wie Rentabilitätsgrenze, Zielgruppenmarketing, Qualitätssicherung, Finanzcontrolling ...
''Wer bei uns mitmacht, soll nicht scheitern''
"Wer bei uns mitmacht, soll nicht scheitern", sagt sie. Bisher hat das funktioniert, keine Saga-Reitschule hat aufgeben müssen. In einer Zeit, in der jeder zweite Gründer aufsteckt, ist das eine Leistung. Die Saga-Familie zählt inzwischen 2.000 Clubmitglieder aller Altersklassen. Kann Silvia Becker sich vorstellen, das Modell mit neuen Standorten noch auszuweiten? Klar.
"Reiten ist im Kommen ... Dazu gibt es Umfragezahlen. 1,5 Millionen Bundesbürger möchten gern reiten, tun es aber noch nicht." Mit Isländern haben auch diejenigen Spaß, die nicht gerade zu den eingefleischten Pferdesportlern gehören. Der Tölt, eine besondere Gangart, erleichtert den Umgang mit den Isländern. Und es sind gutmütige Tiere, das sieht man, wenn man durchs Bürofenster die Gruppe beobachtet, die sich gerade zum Ausritt vorbereitet. Da sind Reiter dabei, die haben gerade mal acht Stunden in der Halle gelernt, jetzt geht es zum ersten Mal in den Wald.
In der Reithalle oberhalb des Grenzlandhofs herrscht eine entspannte Geschäftigkeit. Hier üben die Kleinsten. Chiara ist mit fünf die Jüngste. Sie ist eine von 150 Reitschüler(inne)n, die bei Saga jede Woche ihre Runden drehen oder im Gelände ausreiten. Im Sommer wird sie hier Reiterferien machen, während ihre Eltern an einem Mehrtagesritt Richtung Vogesen teilnehmen.