Festo in St. Ingbert macht aus Luft Bewegung
Wenn Roboter am Band ein Auto zusammen schweißen, wenn fast milligrammgenau Medikamente verpackt werden, wenn eine zarte Platine als Herz des Handys eingebaut wird, dann ist immer Automatisierungstechnik im Spiel. Und diese kommt sehr oft aus der Saarpfalz. Die Festo AG gehört nämlich auf diesem Gebiet zu den wirklich Großen. Im ihrem Katalog stehen heute mehr als 20.000 Produkte in vielen Varianten, etwa für den Fahrzeug- und den Anlagenbau oder für die Nahrungsmittel- und Verpackungstechnik.
In St. Ingbert-Rohrbach arbeitet der weltweit größte Produktions- und Logistikstandort des Unternehmens. Hier sind 2.000 Mitarbeiter beschäftigt. Das Werk wurde 1968 gegründet und bildete so etwas wie die Keimzelle eines internationalen Netzwerks der Produktion. Aus den Rohrbacher Hallen kommen vor allem pneumatische Antriebe für die Industrie.Das Erfolgsrezept von Festo hat vier Buchstaben: Luft. Das ist das einfachste Antriebsprinzip der Welt. Luft bewegt. Die Pneumatik mit Druckluft- oder Vakuumtechnik ist die Leittechnologie der Automation. Und Festo hat sie drauf. Jeden dritten Tag im Jahr bringt das Unternehmen ein neues Produkt auf den Markt. Wen überrascht's, dass die Leute von Festo 2.800 Patente halten? Oder dass sie weltweit als clevere Problemlöser gelten?
Im griechischen Korinth zum Beispiel, wo der Cadbury-Konzern zahnfreundlichen Kaugummi herstellt, bringt Festo-Technik ihn portionsweise und aromaschonend in die Packung. 220 mal pro Minute läuft "Dentyne Ice" vom Band. Um noch näher am Kunden zu sein, hat Festo am Standort Rohrbach gerade 30 Millionen Euro in die Modernisierung gesteckt. Herausgekommen ist eine der modernsten Fertigungsanlagen Europas. Hier funktioniert jetzt auch die "Production on Demand". Das heißt: Produziert wird, was der Kunde gerade braucht. Sobald die Bestellung da ist, stellen sich die Anlagen darauf ein.