Kirkel
Von einem Burgfräulein, Knappen & einem Burgschatz
Es war einmal ... eine Schutzburg, auf einem Bergkegel gelegen, mit großen, ungehobenen Schätzen. Eines Tages kam ein Kind beim Spielen auf den Burgberg und gelangte in eine große Höhle, in der es von Gold, Silber und Edelsteinen nur so blitzte. Ein alter Mann zeigte ihm all die Herrlichkeit und gab ihm zuletzt einen der kostbaren Steine. Den solle es, wenn es in Not gerate, nur in das Loch werfen, durch das es hereingekommen war, und der Berg würde sich ihm abermals öffnen. Das Kind aber verlor den Stein und niemand bekam den Schatz im Berg noch einmal zu Gesicht.
Viele solcher Geschichten und Sagen um Schlossgespenster und Burgfräulein erzählt man sich über die Burg in Kirkel. So soll der Schatz in der Höhle im Burginneren von einem riesigen Hund mit feurigen Augen bewacht worden sein. Auch von geheimnisvollen, unterirdischen Gängen, die ins benachbarte Kloster Wörschweiler geführt haben sollen, flüsterten die Leute hinter hervorgehaltener Hand. Ein Burgfräulein soll sich in einen nicht standesgemäßen Knappen verliebt haben. Ihr Vater entdeckte das Liebesverhältnis und ließ den Knappen um Mitternacht im nahen Weiher ertränken und die Tochter zur Strafe in ein Kloster stecken.
Die eigentliche Geschichte der Burg beginnt im frühen Mittelalter als Gaugrafenburg. Eine Urkunde aus 1075, gesiegelt von Godefridus comes de Kirchila, ist der erste schriftliche Beleg für den Burgnamen. Die Burgherren wechselten. Zu Beginn des 12. Jahrhunderts gehörte die Burg zur Grafschaft Saarwerden. Heinrich von Saarwerden vermählte sich mit Irmentraud von Bolanden aus der Pfalz. Während Irmentraut Heinrich eine reiche Mitgift brachte, erhielt er selbst die Burg Kirkel. Eigentlich ein gutes Startkapital für die Zukunft des Ehepaares, die beide aus angesehenen Adelsfamilien stammten. Leider lebten sie in einer unruhigen Zeit, die von streitbaren Untertanen und finanziellen Schwierigkeiten geprägt war. Die Beiden blieben kinderlos. 1338 wurde der Straßburger Bischof Berthold von Buchegg von Konrad von Kirkel auf der Burg gefangen gehalten, bis Herzog Albrecht von Österreich ein hohes Lösegeld zahlte. 1410 wurden die Herzöge von Pfalz-Zweibrücken Herren der Burg und bauten sie Ende des 16. Jahrhunderts um. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Burg von kaiserlichen Truppen erobert und in den Reunionskriegen König Ludwigs XIV endgültig zerstört. In den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts begann man mit Restaurierungen.
Heute ist die Kirkeler Burg ein beliebtes Ausflugsziel und weit über den Bergkegel hinaus für den Mittelalterlichen Burg-sommer bekannt.