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Homburg

Durch Eintracht wächst Kleines
Mancher wird vielleicht denken: "Römer gab es auch bei uns, das ist nichts Besonderes." Hier im engen Tal der Blies gab es eine gallorömische Kleinstadt, die ursprünglich eine Fläche von mehr als 25 Hektar umfasste und sich aus einer ehemaligen keltischen Siedlung entwickelte. Man schätzt, dass etwa 2.500 Einwohner in diesem "Vicus" des heutigen Homburg-Schwarzenacker lebten. Vermutlich bis zum Germaneneinfall von 275 / 76 war er ein betriebsamer Handelsort und gilt heute als eines der bedeutendsten Kulturdenkmäler des Saarlandes.

Erwiesen ist, dass hier der Augenarzt Sextus Aiacius Launus praktizierte. Man fand seinen Rezeptstempel. Man darf darüber spekulieren, ob er auch einen Kollegen für Allgemeinmedizin oder Chirurgie hatte und damit die römische Siedlung Vorläufer für die heutige Medizinische Fakultät der Universität des Saarlandes gelten könnte. Launus schrieb seine Verordnungen für Salben aus Schöllkraut und Tinkturen auf Wachstäfelchen.
Zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurden beim Bau des barocken Edelhauses Reste eines Laconicums, eines Schwitzbades, gefunden. Johann Christian von Mannlich, Architekt und Maler am Homburger Hof von Herzog Karl II August von Pfalz-Zweibrücken, wurde Ende des 18. Jahrhunderts beauftragt, Ausgrabungen durchzuführen, um so Gegenstände für die antiquarische Sammlung des prächtigen Schlosses Carlsberg aufzuspüren. Mannlich entdeckte dabei das zur Siedlung gehörende Gräberfeld. Es sollte bis zum 20. Jahrhundert dauern, bis Prof. Dr. Alfons Kolling Häuser mit Portiken und Innenhöfe mit Backöfen, Feuerstellen, Vorrats- und Kühl-kammern fand. Gepflasterte Straßen mit Abwasserkanälen ließen auf eine städtische Struktur schließen.
Das Haus von Augenarzt Sextus Aiacius Launus war aus Stein errichtet und sogar verputzt. Die Wohnräume lagen um einen weiten Innenhof mit Backöfen und Feuerstellen. Das Empfangszimmer war mit einer wärmenden Fußbodenheizung versehen. Natürlich brauchte die Handelsstadt, in der neben zwei Töpfereien weitere Handwerker wie Weber, Schreiner, Tuchwalker und -färber anzutreffen waren, eine Taberna, eine Art Hotel mit Restaurant für Durchreisende. Die Taberna in unserer gallo-römischen Siedlung gehörte dem Wirt Capitolinus. Kurioserweise war sie durch einen Weg, der durch die Wirtschaft führte, in einen Schank- und Gastraum unterteilt: Man kam also an der ältesten Gastwirtschaft des Saarlandes nicht vorbei. In Amphoren bot Capitolinus römischen Wein und allerhand Kulinarisches an. Bacchus, der römische Gott der Fruchtbarkeit und des Weines, hatte sicher sein wohlwollendes Auge auf die Taberna. "Nunc vino pellite curas! - Nun vertreibt mit Wein die Sorgen!", soll aus der Taberna zu hören gewesen sein. Viele Geschichten erzählt man sich noch von Launus und Capitolinos. Lanus soll Capitolinus bei seiner Idee, eine neue Biersorte zu brauen unterstützt haben.
 
Erlebnis-Tipps
Heute Geschichte erleben

Das römische Freiluftmuseum in Homburg-Schwarzenacker

Ein Ausflug in die römische Mythologie kann also in den Saarpfalz-Kreis führen. Das barocke Edelhaus mit Garten und das sich anschließende Freilichtmuseum im Homburg-Schwarzenacker laden zum Entdecken ein.
Natürlich gesund genießen

Was den Römern schmeckte...

MUSTEA (Römische Weinbrötchen)
Zutaten:
50 g Olivenöl oder Butter
250 g Quark
500 g Mehl
2 Pck. Backpulver
7 EL Wein
eine Prise Salz
eine Prise gemahlener Anis
Lorbeerblätter

Zubereitung:
Die Zutaten miteinander zu einem glatten Teig verkneten. Brötchen
formen, ein Backblech mit Backpapier auslegen, Brötchen auf die Lorbeer-blätter setzen. Bei ca. 175 Grad ungefähr 20- 25 Minuten backen.

MORETUM (Käseaufstrich)
Zutaten:
150g Schafskäse
100g Frischkäse
1/2TL Koriander
einige Blättchen Raute
etwas Rosmarin
1 Knoblauchzehe
1 Schuss Olivenöl
1 Schuss Essig

Zubereitung:
Koriander, Raute und Rosmarin in einer Schüssel zerkleinern, Knoblauchzehe dazugeben, ebenfalls zerkleinern, Käse in die Schüssel bröckeln, mit den Ge-würzen mischen, Öl und Essig hinzu-geben. Gute Ergänzung zu Mustea.

Die Homburger Buntsandsteinhöhlen

Die Homburger Buntsandsteinhöhlen sind die größten ihrer Art in Europa. Zwischen dem 11. und 17. Jahrhundert entstanden, dienten sie überwiegend Verteidigungszwecken.
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