Geschichte erleben
Startseite Geschichte erleben Erfolg von heute Saarpfalz aktiv Erlebnis-Tipps Foto-Community Bliesgau Kontakt

Bexbach

Schwarzes Gold - Hartes Brot
Vor 120 Jahren, im Oktober des Jahres 1845, holpert gegen Mittag eine Kutsche von Oberbexbach kommend die steinige und staubige Dorfstraße von Frankenholz hinauf. Der Kutscher zügelt vor Schumachers Haus die Pferde. Ein fein gekleideter Herr steigt aus und ruft dem Bauern zu, der gerade seine Scheune öffnet, um eine Fuhre Rüben einzubringen: "Guten Tag, Bauer, kann er mir sagen, wo ich den Pfarrer Euler – es handelt sich um Pfarrer Euler aus Waldmohr – finde?" Der Bauer zeigt den Berg hinunter. "Dort unne, im Klemmloch, dort werre s‘ ne finne. Do kenne se awer net hinfahre, do müsse se de Stangewald nunna gehn." Cullmann drückt dem Bauern zwei Kreuzer in die Hand und bittet ihn, die Pferde zu versorgen. Mit seinem Kutscher geht er die Straße hinunter. Der Bauer schaut ihnen eine Weile nach und lacht vor sich hin. "Der scheint a so e Narr zu sinn."
Sie steigen durch den Stangenwald hinunter ins Klemmloch. Bald hören sie Hammer- und Pickelschläge aus dem Wald. Sie gehen auf die Stelle zu. Über einem Holzhaus steht ein Holzgerüst. Mit Schubkarren fahren Arbeiter grauschwarze Steine aus dem Holzhaus. Der Rechtsanwalt hält einen Arbeiter an und fragt nach Pfarrer Euler. Der Arbeiter zeigt auf einen Holzstoß am Waldrand. Herr Cullmann geht auf den Pfarrer zu und verneigt sich: "Guten Tag, Herr Pfarrer, Advokat Cullmann aus Zweibrücken." Der Pfarrer erhebt sich müde, reicht ihm die Hand und nennt seinen Namen. Er schaut den Ankömmling fragend an. "Ich hörte von Ihrem Vorhaben, in Frankenholz eine Grube zu bauen. Ich interessiere mich dafür, ich möchte Ihnen helfen", erklärt Advokat Cullmann sein Kommen. "Ihr Angebot in Ehren", erwidert Pfarrer Euler, "aber es ist zu spät. 15 Jahre habe ich in diesem Tal nach Kohlen geschürft. 15 Jahre habe ich um die Genehmigung für die Errichtung einer Steinkohlengrube gekämpft. Vor einigen Wochen hat mir nun die Königlich-Bayerische Regierung in Speyer die Konzession erteilt. Doch die Erlaubnis ist für mich wertlos." "Sie haben aber doch Kohlen gefunden", wirft Advokat Cullmann ein. „Gewiß 20 Meter tief fanden wir ein 30 Zentimeter mächtiges Flöz. Daraufhin bekam ich auch die Erlaubnis. Aber meinen Geldgebern ist dieses Flöz zu dünn. Sie sagen, es rentiere sich nicht zum Abbau. Deshalb geben sie mir nun kein Geld mehr. Und ohne Geld will nun mal niemand arbeiten." "Was wollen Sie jetzt tun?" "Aufhören, obwohl ich weiß, dass Kohlen in der Erde stecken müssen. Eines Tages wird sich jemand finden, der Geld genug hat, die Grube zu errichten."
Schon im Mittelalter ist Steinkohle-Bergbau am Höcherberg belegt, industriell erfolgte er speziell in Mittelbexbach mit der Zuordnung der damaligen Pfalz zu Bayern. Der Staat selbst war es, der 1816 die Ausbeutung der Kohlevorkommen in seiner eigenen Grube vorantrieb. Pfarrer Euler hatte also Recht behalten. Im August 1879, tat der Zweibrücker Advokat und liberale Paulskirchenabgeordnete August Ferdinand Cullmann in Frankenholz den ersten Spatenstich zum Schacht I. Seine in privater Regie geführte Grube sollte schnell zu einem der größten Unternehmen in Südwestdeutschland werden. Zeitweilig bis zu 3000 Bergleute waren auf der hochmodernen Zeche beschäftigt und ließen Frankenholz und die umliegenden Ortschaften rapide expandieren. Demgegenüber erwies sich die Grube "Consolidirtes Nordfeld", die um die Jahrhundertwende mit großem finanziellen und technischen Aufwand bei Höchen angelegt wurde, als Flop. Sie war nur wenige Jahre in Betrieb, ein Gutachten, das reiche Vorkommen an Kohle prognostiziert hatte, erwies sich als grundlegend falsch.
 
Erlebnis-Tipps
Alle Jahre wieder

Vom Spirituskocher bis zum Luxus-Wohnmobil - Camping, Reise, Freizeit Bexbach

Jedes Jahr pilgern Campingfreunde ab dem letzten Sonntag im April eine Woche lang zur Campingmesse in den Blumengarten - und dies schon seit Jahrzehnten. Die Fachmesse rund ums Thema Caravaning und Freizeit hat sich zur größten im südwest-deutschen Raum entwickelt. Ein eigener Reisemobilhafen rundet das Angebot ab.
Heute Geschichte erleben

Bergmannsvesper: Lyoner, Weck und ...

Noch heute können sich Besucher in der Schaubergwerksanlage des saarländischen Bergbaumuseum ein authentisches Bild vom schweren Arbeitsalltag der Bergleute machen. Aber was wäre eine Bergwerksbefahrung ohne einen zünftigen Abschluss mit einer deftigen Bergmannsvesper? In Bexbach kein Problem: in der "Kaffeeküch" im "Hindenburgturm" (einem einstigen Wasserturm) können Sie mit toller Fernsicht Lyoner mit Senf und "Selbstgebranntem", genießen. Die netten Bergleute erwarten Sie – bis dann, Glückauf!