Johann Christian Mannlich
Frühe Neuzeit (1741 Straßburg– 1822 München)

Johann Christian von Mannlich
Als Höfling eng vertraut mit Herzog Karl II. August, rettete er 1793 die von ihm eingerichtete „Zweibrücker Galerie“ mit annähernd 2000 Bildern vor den anrückenden französischen Revolutionstruppen zunächst nach Mannheim. Später bildete mehr als die Hälfte dieser Gemäldesammlung den Grundstock der „Alten Pinakothek“ in München. Mannlich selbst ließ sich 1799 dort nieder, nachdem Kurfürst Maximilian IV. seine Residenz verlegt hatte. Hier war er Generaldirektor aller Kunstinstitute, Kabinette und Galerien; zudem war er 1803 als „Kommissar“ zuständig für die säkularisierten Güter. Mannlich betätigte sich daneben als sehr produktiver Publizist. Lehrbücher für Kunstschüler, ein Katalog der „kurpfälzisch-bayerischen Gemäldesammlungen“, Veröffentlichungen über volkskundliche Themen stehen in seiner Werkliste.
Mit Johann Wolfgang Goethe führte er eine rege Korrespondenz. Seine Memoiren, auszugsweise unter dem Titel „Rokoko und Revolution“ in unterschiedlichen Ausgaben veröffentlicht, stellen eine wichtige Quelle für die Zustände im Herzogtum Pfalz-Zweibrücken während der letzten Jahre des Ancien Regime und der Anfangszeit der Revolution dar.
Literaturangaben
Wilhelm Weber: Schloß Karlsberg, Homburg 1987, S. 489 - 564.
